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Mittwoch, 04. November, 20.00 Uhr - Turm
DIE WELT IST GROSS UND RETTUNG LAUERT ÜBERALL - SVETAT E GOLJAM I SPASENIE DEBNE OTVSJAKADE
Spielfilm
- Salzburg Premiere


BG/DE/HU/SI, 2008, 105 min, R : Stephan Komandarev, D: Stephan Komandarev, Dusan Milic, Ilija Trojanov nach dem gleichnamigen Roman von Ilija Trojanov, K: Emil Christov, S: Nina Altaparmakova, D: Miki Manojlovic, Carlo Ljubek, Hristo Mutafchiev, deutsche Fassung und OmU 
Festival der Neue Heimatfilm Freistadt, Publikumspreis 2009

Bulgarien 1980. Der Himmel über der unbeschwerten Jugend von Alex verfinstert sich zusehends. Die Polizei möchte, dass sein Vater den Großvater Bai Dan ausspioniert, den lokalen König des Backgammon. Die Familie beschließt daher in den Westen zu fliehen.
25 Jahre später ist Alex in Deutschland in einem Krankenhaus. Er hatte einen Autounfall, bei dem seine Eltern ums Leben gekommen sind. Großvater Bai Dan beschließt nach Deutschland aufzubrechen. Alex aber erkennt den Großvater nicht mehr, weil er seit dem Unfall an einem Gedächtnisverlust leidet. Mit dem Backgammon holt Bai Dan Alex wieder in die Welt zurück. Schließlich machen sie sich mit einem Tandem auf eine Reise quer durch Europa, die sie nach Bulgarien führen soll. Es wird auch eine Reise in die Vergangenheit.


Diese lebenspralle, witzige und vielfach preisgekrönte Verfilmung des gleichnamigen Debütromans von Ilija Trojanow durch den bulgarischen Regisseur Stephan Komandarev handelt davon, wie man sein Leben selbst in die Hand nimmt und es auch dann neu beginnen kann, wenn man nicht damit rechnet...

Stephan Komandarev, 1966 geb. Medizinstudium in Sophia, Regiestudium, Regiedebut 2000 mit PANSION ZA KUCHETA

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Donnerstag, 05. November, 18.00 Uhr - Turm
Samstag, 07. November, 16.00 Uhr - Studio
EL SISTEMA
Dokumentarfilm

J/DE/FR/CH 2007, 90 min, R: Paul Smacny & Maria Stodtmeier, K: Michael Boomes, Christian Schulz, M: Andreas Köppen, Tonie Mertens, Spanische OF mit deutschen UT
Grande Prix Golden Prague 2009 Rodos,  Ecofilm Jurypreis 2009

Internationale Größen der Klassik wie Sir Simon Rattle bezeichnen es als "weltweit das Wichtigste", was sich derzeit in der klassischen Musik tut: die Erfolge einer einzigartigen Musikausbildung, die in Venezuela als "El Sistema" bekannt ist.
"El Sistema" nennt sich ein Netzwerk von Kinder- und Jugendorchestern sowie Musikschulen in Venezuela. Vor mehr als drei Jahrzehnten initiiert von Antonio Abreu, bietet es zurzeit etwa 250.000 Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ein Instrument spielen zu lernen. Getrieben von der Vision, Hoffnung und eine bessere Zukunft in die von Armut und Gewalt geplagten Elendsviertel von Caracas zu tragen, leistet Abreu mit den Mitteln der Musik Hilfe. Was wie ein Märchen klingt, ist die Geschichte einer außergewöhnlichen Idee. Viele der jungen Absolventen des "Systems" rangieren heute unter den begehrtesten jungen Musiktalenten in Europa - besonders bekannt sind der 28-jährige Dirigent Gustavo Dudamel und der Kontrabassist Edicson Ruiz, der mit 17 Jahren das jüngste Mitglied der Berliner Philharmoniker war. EL SISTEMA ist ein berührender Film über eine Utopie, die Wirklichkeit geworden ist.

www.el-sistema.com
 


Paul Smaczny, geb. 1957,
als Produzent von zahlreichen Dokumentationen, Konzert-, Opern- und Ballettaufzeichnungen in aller Welt, die einige der wichtigsten musikalischen Ereignisse der letzten 15 Jahre dokumentieren, genießt er internationale Anerkennung und zeichnet z.B. verantwortlich für so außergewöhnliche Produktionen wie die Aufzeichnung der Konzerte des West-Eastern Divan Orchestras in Ramallah oder der New York Philharmonic in Pyongyang.

Maria Stodtmeier

arbeitet im Bereich der Konzeption und Produktion von Film-, Musik- und Literaturprojekten. Sie studierte Kulturarbeit in Potsdam und Budapest.

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Donnerstag, 05. November, 20.00 Uhr - Turm
DAS VERLORENE PARADIES
Dokumentarfilm

AT 2009; 83 min, R/D: Petra Hinterberger, K: Markus Stoffel, M: Christoph Burgstaller, OF deutsch

›Ich habe mir gedacht: ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe Angst vor dem Leben. Bevor ich noch mal einsam bin, schieße ich mir eine Kugel in den Kopf.‹
Als Martin seine suizidalen Gedanken im Büro, nachts im Steinbruch, ausspricht, hat er den Zuschauer bereits tief mit hinein genommen in seine Gefühlswelt, in der er keinen Raum mehr für sich findet. Mit großer Offenheit rekonstruiert der 30-jährige Bergbauingenieur gemeinsam mit dem Filmteam die Verdichtung emotionaler Isolation, die dazu geführt hat, dass er sich aller vorhandenen Werkzeuge bediente, sein Leben zu beenden. Doch selbst der Sturz aus dem zweiten Stock führt nicht zum verzweifelt herbei gesehnten Ende. Martin überlebt. Dass er der Kamera heute ohne Sentimentalität aber mit gefasster Emotion begegnet, seine Geschichte nach spielt und doch nicht spielt, ist das Ergebnis einer langen, lückenlosen Therapie, die ihn bis heute begleitet. Verändert hat sie seine Wirklichkeit nicht, verändert hat sie den Zugang zu ihr.
Die Bildsprache des Films beschönigt nicht, sie zeichnet den Grenzgang zwischen Dunkel und Licht nach. Ein konsequenter Blick in jenen Teil seelischer Wirklichkeit, wo der Wunsch zu leben keine Selbstverständlichkeit (mehr) ist. Dramaturgisch sensibel integriert der Film Erfahrungen begleitender Ärzte und Psychologen.

Raum für Philipp. Eine Amateurkamera verfolgt einen Buben, der seinem schauspielerischen Witz freien Lauf lässt. Wenig später zeigen die Filmaufnahmen ein Gesicht, das die Kamera ohne ein Lächeln fixiert. Eines Tages kann der talentierte Schüler eine einfache Aufgabe nicht mehr lösen, rekonstruiert seine Mutter den Beginn eines langen Abschieds. Nach zwölf Jahren Schizophrenie findet Philipp auch in den Zuwendungen der Familie keinen Halt mehr. Die gesellschaftlichen Netze sind weitmaschig. Dem Lehrerehepaar gelingt es nicht mehr, ihn aufzufangen. Im berührenden Dialog mit den Eltern nähert sich DAS VERLORENE PARADIES dem Suizid des 22-jährigen Philipp an: Schmerz und Zweifel, Auflehnung und Zustimmung - Gefühle, die ihren Platz suchen, den sie in unserer Gesellschaft oft nicht haben (dürfen).
www.dasverloreneparadies.at


Petra Hinterberger
geb 1972 in Vöklabruck, Studium für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Filmtheorie sowie Politikwissenschaft an der Universität Salzburg, lebt und arbeitet als freie Filmschaffende in Salzburg.
Filmografie

ICH ERZÄHL DIR VON MIR Dokumentarfilm 2006
AM ANFANG 2004


In Anwesenheit von Petra Hinterberger 

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Freitag, 06. November, 16.00 Uhr - Turm
PLASTIC PLANET
Dokumentarfilm

AT/ DE 2009; 95 min, R: Werner Boote; K: Thomas Kirschner, Dominik Spreitzhofer; St: Werner Boote, Cordula Werner; M: The Orb, OF deutsch mit UT

Nach der Steinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit leben wir jetzt in der Plastikzeit. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters. Die Menge des Kunststoffs, die seit der Erfindung dieses Materials durch den belgischen Chemiker Leo H. Bakeland vor über 100 Jahren produziert wurde, würde reichen, um den gesamten Erdball sechsmal einzupacken. Die Kunststoff-Industrie macht 800 Billiarden Euro Umsatz pro Jahr. Allein in Europa verdienen 1 Million Menschen ihr tägliches Brot unmittelbar mit Plastik. Plastik hat einige Vorteile: es ist billig, praktisch und leichter als Glas. Über die vielen negativen Eigenschaften wird seltener gesprochen: über das Müllproblem oder über Gesundheitsrisiken.  Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Bisphenol A etwa, ein Hauptbestandteil von Polycarbonat, hat eine hormonell östrogenartige Wirkung. Fast alle Menschen nehmen Weichmacher über Nahrung und Atemluft ein – mit bisweilen weitreichenden unerwünschten Wirkungen.

Der Wiener Regisseur Werner Boote, der jahrelang Regieassistent bei Ulrich Seidl und Robert Dornhelm war, bevor er selbst Dokumentationen - vor allem im Musikbereich – drehte, will mit seinem investigativen Dokumentarfilm PLASTIC PLANET darauf aufmerksam machen, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Seine Recherchen führen ihn von Venedig bis in den Pazifischen Ozean, von Deutschland nach China, Indien und Japan. Er trifft u.a. den Präsidenten der Dachorganisation der europäischen Kunststofferzeuger, einen Chemiker, einen  plastische Chirurgen und einen Meeresbiologen, er beobachtet Menschen bei ihrem alltäglichen Leben inmitten von Plastik, und er stellt wichtige, unangenehme Fragen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?
www.plastic-planet.at 

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Freitag, 06. November, 16.00 Uhr - Studio
Samstag, 07. November, 21.00 Uhr - Studio

PLATTLN IN UMTATA
- Mit der Biermösl Blosn in Afrika

Dokumentarfilm - Salzburg Premiere

DE 2007, 90 min, R/D: Peter Heller, K: Otmar Schmied, Klaus Lauterbacher, S: Thomas Balkenhol, Heiko Feld, deutsche OF

Drei Musiker vom Stamm der Bayern, sehr bekannt als "die  Biermösl Blosn", reisen mit Kind und Kegel nach Südafrika. Mit Alphorn, Tuba, Trompeten und 23 anderen Instrumenten begeben sie sich in ein musikalisches Abenteuer. Ein rhythmisches "Battle" zwischen den Alpenpartisanen und ihren schwarz afrikanischen Herausforderern zieht sich über Straßenecken, Nachbarschaftstreffen und durch Mehrzweckhallen der gewaltigen und armen Townships. Neugierig, mit großem Vergnügen und mit Respekt vor der jeweils anderen Musik entwickeln sich hinreißende Auftritte und Begegnungen voll anrührender Momente und witziger Szenen. 

Und weil Hans, Michael und Stofferl’ Well kritische und neugierige Reisende sind, fließt in den Film viel über Lebensumstände, Einzelschicksale, Rassismus heute und Apartheid der Vergangenheit aber auch Hoffnungen auf eine bessere Zukunft Afrikas ein. Auf Safari im Nachbarland Namibia schließlich, zeigt ihnen ein schwarz- afrikanischer Chor, wie man deutsches Liedgut , wie "Brunnen vor dem Tore" auch richtig in Schwung bringen kann. Zurück in Bayern, bringen die Biermösl ihrem Publikum, von Gerhard Polt prächtig unterstützt afrikanische Gefühle bei.

Peter Heller, 1946 geb. in Prag, Hochschule für Film und Fernsehen in München; nach Arbeiten beim Fernsehen in Lateinamerika und Asien begann er in Deutschland als unabhängiger Autor, Regisseur und Produzent Dokumentarfilme zu drehen. Viele von Hellers Filmen erhielten internationale Auszeichnungen, Anerkennungen und Preise. Seinem dokumentarischen Filmschaffen wurden Retrospektiven in Amsterdam, München, Calcutta, Chicago und Washington gewidmet. 1989 erhielt er gemeinsam mit Sylvie Banuls den europäischen Filmpreis „Prix Europa“.
www.filmkraft.de

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Freitag, 06. November, 17.45 Uhr - Studio
Samstag, 07. November, 17.30 Uhr - Turm

SHAHIDA - BRIDGES OF ALLAH - Bräute Allahs
Dokumentarfilm
- Salzburg Premiere

Israel, 2008, 76 min, R/D: Natalie Assouline, K: Natalie Assouline, Gonen Glanzer, Asher Ben Yair, Avigayil Sperber, S: Sarah Salomon, hebräisch/arabische OF mit engl. UT
Preis der FIPRESCI Jury des Forums, Berlin 2008, Festival der Neue Heimatfilm 2009,
Dokumentarfilmpreis der Stadt Freistadt

Die Regisseurin Natalie Assouline beschäftigt sich damit, wie Palästinenserinnen zu Selbstmordattentäterinnen werden. In einem israelischen Gefängnis besucht sie Frauen, die vor dem Anschlag festgenommen wurden oder in anderer Form beteiligt waren. Die Filmemacherin schafft es auf Augenhöhe, ohne Vorwürfe mit ihnen zu sprechen und dem Zuschauer eröffnet sich der Blick auf etwas, was fast unerklärbar scheint. Die durchweg gut ausgebildeten arabischen Frauen, viele von ihnen Mütter von mehreren Kindern, legen die Gründe ihrer Taten vor der Kamera nicht wirklich offen und enttäuschen Zuschauer, die hier Reue erwarten. Aber nach und nach erschließt sich, dass es der Druck autoritärer muslimischer Familienverbände ist und die Flucht vor persönlichen Problemen ist, die viele junge Frauen zu Verzweiflungstaten treibt.

Antworten auf die Frage weshalb man deswegen sich selbst und zahllose Unschuldige in den Tod reißen will, gibt der Film letztlich nicht - aber er stellt wichtige Fragen, die nachwirken. Und er zeigt, dass hinter dem gesichtslosen Bösen, das die Medien meist transportieren auch Menschen stehen.

Natalie Assouline, 1972 geb. in Israel, Ausbildung zur Grafikerin, Studium für Malerei, Fotografie und Film am Beit Berl College. SHAHIDA ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm.

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Freitag, 06. November, 18.00 Uhr - Turm
Samstag, 07. November, 14.00 Uhr - Studio

SKI HEIL - DIE ZWEI BRETTER, DIE DIE WELT BEDEUTEN
Dokumentarfilm
- Salzburger Vorpremiere


AT 2009, R/B/S: Richard Rossmann, 86 min, T: Bella Halben, mit Karl Koller, Eberhard Kneissl, Guzzi Lantschner, Richard Rossmann sen., OF
Bester Europäischer Dokumentarfilm ÉCU Festival Paris 2009

Volkssport, Wettkampfdisziplin und Tourismus-Attraktion: Skifahren ist heute selbstverständlich, doch das war nicht immer so. Vor 80 Jahren donnerten vier österreichische Buben auf selbstgezimmerten Eschenbrettern die verschneiten Berge hinunter, brachten es zu ersten sportlichen Erfolgen und wurden damit zu den Mitbegründern einer Massenbewegung. Vom Privatskilehrer Albert Speers, zu Mitgliedern der Olympischen Skimannschaft 1936, zum Student an der Reichsakademie in Berlin, zum Kameramann von Leni Riefenstahl, bis hin zu den Neugründern des österreichischen Skischulwesens nach dem Krieg - das Schicksal der vier Sportler war von Anfang an eng mit der österreichischen und deutschen Zeitgeschichte verbunden.

« Ski Heil - Die zwei Bretter, die die Welt bedeuten» ist eine sehr persönliche Reise: Durch das Leben meines Vaters Richard Rossmann und seiner Skifahrerkollegen Karl Koller, Eberhard Kneisl und Guzzi Lantschner. Der Film erzählt von ihren Pioniertaten, ihrer gemeinsamen Liebe zum Skisport und zu den Bergen, die sie ihr Leben lang begleitete, ihnen ein Tor in eine schillernde Welt öffnete und ihnen manchmal half, persönliche und politische Abgründe zu überbrücken. Und davon, wie ich über diese Leidenschaft meinen über 60 Jahre älteren Vater noch einmal von einer ganz anderen Seite aus kennen gelernt habe. Richard Rossmann
www.skiheil-derfilm.com


Richard Rossmann
geb. 1971 in Saalfelden, als Sohn skisportfanatischer Eltern wuchs er zwischen Skirennen und Skischulgästen auf. Studium für Handelswissenschaften, freiberuflicher Produktionsleiter für internationale Fernseh- und Werbefilmproduktionen. Vor zwei Jahren begann er mit der Arbeit an seinem ersten unabhängigen Dokumentarfilm: Ski Heil - Die zwei Bretter, die die Welt bedeuten ist sein Debüt als Regisseur und unabhängiger Filmemacher.

In Anwesenheit von Richard Rossmann

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Freitag, 06. November, 20.00 Uhr - Turm
LEMON TREE
Spielfilm - Salzburg Premiere

DE/IS/FR 2008, 106 min, R: Eran Riklis, D: Suha Arraf, Eran Riklis, D: Hiam Abbass, Doron Tavory, Ali Suliman, u.a. OF mit deutschen UT
Panorama Publikumspreis Berlinale 2008 

Ein Zitronenhain in der West Bank, unmittelbar an der Grenze zu Israel: Hier lebt die palästinensische Witwe Salma, hier ist sie tief verwurzelt – so wie die Bäume, die ihr Vater vor 50 Jahren pflanzte. Mit dem Einzug des israelischen Verteidigungsministers in das neue Haus direkt hinter dem Hain werden die alten Bäume plötzlich zum Sicherheitsrisiko. Der Zitronenhain soll abgeholzt werden - bietet er doch leichte Deckung für Terroristen. Salma setzt sich zur Wehr. Um ihre Bäume zu retten, zieht sie gemeinsam mit dem jungen palästinensischen Anwalt Ziad bis vor den Obersten Gerichtshof Israels. Ihr Kampf weckt nicht nur die Aufmerksamkeit der Medien, sondern auch das Interesse Miras, der Gattin des Ministers. Während Salma entgegen der arabischen Tradition eine innige Zuneigung zu ihrem jüngeren Anwalt entwickelt, wächst zwischen den beiden Frauen, trotz aller Unterschiede und über die streng bewachte Grenze hinweg, ein unsichtbares Band der Sympathie…

Auf bittersüße Art und Weise, behutsam, mit viel Liebe und Humor zieht Eran Riklis („Die syrische Braut“) den Zuschauer in den Bann dieses symbolträchtigen Dramas und lässt ihn nicht mehr los.

www.lemontree-derfilm.de


Eran Riklis
geb. 1954 in Jerusalem; Filmstudium an der Beaconsfield National Film School in England; 1984 gab er mit seinem Abschlussfilm On a Clear Day You Can See Damascus sein Spielfilmdebüt. Seinen endgültigen internationalen Durchbruch erlebte er 2004 mit dem Film Die Syrische Braut. 2008 stellte er auf der  Berlinale 2008 seinen neuesten Film LEMON TREE vor und erhielt für diesen Film den Panorama-Publikumspreis und eine Nominierung für den  Europäischen Filmpreis 2008 in der Kategorie Bestes Drehbuch.

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Samstag, 07. November, 13.30 Uhr - Turm
FILMFESTIVAL SPECIAL
DUALER TOURISMUS, Bolivien
ARBEIT MIT JUGENDLICHEN
, Manila/Philippinen

Erfahrungsberichte aus einer anderen Welt

DUALER TOURISMUS IN SANANDITA, Bolivien
Die Yuracaré-Indianer leben in der Region Chapare im Herzen Boliviens zurückgezogen im Urwald, ohne Elektrizität und fließendes Wasser, fernab jeglicher Zivilisation. Durch den Konflikt mit den Kokabauern werden sie immer weiter zurück in den Wald gedrängt. Um eine zusätzliche Einkommensquelle für dieses kleine indigene Volk zu schaffen hat die Organisation DELPIA vor drei Jahren das Projekt „Dualer Tourismus“ ins Leben gerufen. Touristen können vier Tage am Alltag des ehemaligen Nomadenvolkes teilhaben, fischen, jagen, durch den Urwald streifen, Hütten bauen, kochen oder mit den Kindern im Fluss baden. Während ihres 3,5 monatigen Aufenthaltes hat Clara Schneider versucht herauszufinden, wie dieser Tourismus den Entwicklungsprozess der indigenen Gemeinde beeinflusst.

Clara Schneider, geb. 1985, studiert an der Universität in Salzburg Kommunikationswissenschaften und hat sich im Rahmen ihres Masterstudiums auf transkulturelle Kommunikation spezialisiert. Sie hat 3,5 Monate (Mai bis September 2009) in Bolivien verbracht, um dort für ihre Diplomarbeit zum Thema Tourismus in der Entwicklungszusammenarbeit zu forschen.

ARBEIT MIT JUGENDLICHEN STRAFTÄTERN UND OPFERN VON GEWALT UND MISSBRAUCH, Manila/Philippinen
Wo Armut vorherrscht, Verbrechen und Gewalt zum Alltag gehören, sind Jugendliche und Kinder die Leidtragenden. Auf engsten Raum und unter menschenunwürdigen Bedingungen müssen sie in Jugendgefängnissen ihre Strafen absitzen. Für Delikte die sie aus Überlebensnot heraus verübt haben oder auch unschuldig, aufgrund ungerechter Behandlungen. Diesen Jugendlichen zu helfen, hat sich die kleine, sehr dynamische Organisation „Association Compassion Asian Youth“ verschrieben. Absicht ist es den jungen Menschen neuen Halt im Leben zu geben, seelische Leiden zu lindern und mit ihnen gemeinsam an ihrer Zukunft zu arbeiten. Stefan Sinnegger arbeitete als Volontär in der Zeit von August 2007 bis Oktober 2008 in dieser Organisation mit.

Stefan Sinnegger
, geb. 1986 , Höhere Technische Bundeslehranstalt Braunau am Inn, Ausbildungsschwerpunkt Mechatronik; von August 2007 bis Oktober 2008 Manila, Philippinen Freiwillige Sozialarbeit Betreuung jugendlicher Straftäter während und nach ihrer Haftzeit; seit Mai 2009 Project Support Engineer bei VERBUND- Austrian Hydro Power AG, Wien

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Samstag, 07. November, 15.30 Uhr - Turm
KLEINE TRICKS Sztucki
Spielfilm - Salzburg Premiere

Polen 2007, 95 min, R/D: Andrzej Jakimowski,  K: Adam Bajerski, S: Cezary Grzesiuk, M: Tomasz Gassowski. T: Maria Chilarecka, Aleksander Musialowski; D: Damian Ul, Ewelina Walendziak, Tomasz Sapryk, Rafal Guzniczak, OF mit deutschen UT

Der sechsjährige Stefek lebt mit dem Kopf in den Wolken. Das bisschen Wirklichkeit, das er braucht, träumt er sich zurecht. Er schließt kleine Verträge mit dem Schicksal und geht auch keiner Notlüge aus dem Weg. Am liebsten hängt er auf dem Bahnhof herum oder er begleitet seine 17-jährige Schwester Elka, wohin er kann. Auf dem Bahnsteig der kleinen Station mit zwei Gleisen beobachtet er einen Mann, der immer gerade noch den Zug in die nächste Stadt erwischt. Stefek vermutet, dass dieser Mann sein Vater ist, den er nie kennen gelernt hat. Mit seinen Tricks lockt er ihn fast bis zum Laden der Mutter. Aber manchmal gehen Tricks auch einfach schief. Ist es wirklich der Vater? Was will er mit dem Strauß roter Rosen? Kann man sich einen Vater einfach wünschen und wie im Märchen herbeizaubern? Welchen Zug muss man nehmen, um endlich ans Ziel zu kommen?

Diese feinfühlig gedrehte Hommage an das polnische Kleinstadtleben ist mehr als nur gute Unterhaltung: Wer an einer osteuropäischen Anleitung zum Glücklichsein interessiert ist, darf auf keinen Fall diesen Film verpassen. Die Bilder sind durchflutet von der Sonne des Sommers, die die polnische Kleinstadt als spröde Idylle zeigt, in der die Wunder des Alltags prächtig gedeihen. KLEINE TRICKS ist gerade deshalb ein so großartiger Film, weil er sich mit Geduld und Vergnügen den kleinen Dingen widmet, die sehr viel öfter über unser Leben entscheiden, als die großen dramatischen Ereignisse. Die beiden jungen Hauptdarsteller, der kecke Damian Ul und die bezaubernde Ewelina Walendziak, sind beide Laiendarsteller, die den Zuschauer mit ihrer Natürlichkeit entwaffnen. Ein lakonisch und locker erzählter Film über die Kraft der kindlichen Phantasie. Zugleich ein poetisches Zeitportrait der polnischen Provinz.

www.kleinetricks.de

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Samstag, 07. November, 18.00 Uhr - Studio
THE ONE MAN VILLAGE
Dokumentarfilm - Salzburg Premiere

Libanon 2008, 86 min, R/ D/ S: Simon El Habre, K: Bassem Fayad, Marc Karam, D: Semaan El Habre, Originalfassung mit deutschen UT 
Spezialpreis der Jury, Muhr Award Arab Documentary 2008, Internationales Film Festival Dubai 

Semaan El Habre, der Onkel des Filmemachers, ist der einzige Bewohner des Dorfes Ain El-Halazoun. Der libanesische Bürgerkrieg zwang die Dorfbevölkerung 1982 zur Flucht und hatte die Zerstörung ihrer Häuser zur Folge. Dauerhaft zurückgekehrt ist nur Semaan, der seit fünf Jahren in einem von Ruinen umgebenen Haus lebt, allein mit seinen Tieren und seinen Erinnerungen.
Die Narben sind nicht gleich zu sehen. Auf den ersten Blick wirkt das Leben in dem verlassenen Geisterdorf sogar recht idyllisch: ein verschneites Bergpanorama, eine kleine Landwirtschaft, ein zufriedener Mann, der seine Kühe liebt und immer zu einem Spaß aufgelegt ist. Erst nach und nach treten die Verletzungen, die Spuren des Krieges, zu Tage: in der Landschaft, in der Geschichte der Großfamilie El Habre und im persönlichen Lebensweg von Semaan. In den individuellen Erzählungen scheint die Geschichte des Libanon und die Situation eines Landes zwischen Vergessen und Erinnern auf. Ein Film, in dem Schrecken und Schönheit, Schmerz und Poesie nah beieinander liegen. Eine unaufdringliche Reflexion über Heimat, die Verbundenheit mit Orten und Menschen, die Auswirkungen von Krieg sowie den Versuch, schmerzhafte Erinnerungen positiv zu verarbeiten.

www.theonemanvillage.com 


Simon El Habre
geb. im Libanon, Studium für audiovisueller Regie an der Libanesischen Akademie der Schönen Künste (ALBA) und Film- und Videoschnitt an der Femis (Paris); seit 2001 unterrichtet er an ALBA in Beirut. Er hat bei zahlreichen Werbefilmen und TV-Reportagen Regie geführt; in der Regel Produktionen für die arabischen Satellitensender MBC, al-Arabiyya und al-Jazeera. Simon El Habre gilt als der beste Cutter des Libanon, er hat preisgekrönte Kurz- und Dokumentarfilme geschnitten und unter anderen mit Ghassan Salhab an dessen Filmen „Posthumus“ (2007) und „1958 (Selbstportrait von gestern)“ gearbeitet.
Filmographie

THE ONE MAN VILLAGE / Semaan Bil Day’ia 2008

CHAMBRE 220 (Kurzfilm) 2000
INSA (Kurzfilm) 1999 – beste Regie / Beirut Film Festival

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Samstag, 07. November, 19.00 Uhr - Turm
LA PIVELLINA
Spielfilm - Salzburg Premiere

IT/AT 2009, 100 min., R: Tizza Covi, Rainer Frimmel, D/S/T: Tizza Covi, K: Rainer Frimmel, D: Patrizia Gerardi, Tairo Caroli, Asia Crippa, Walter Saabel; italienische OF mit deutschen UT
Eröffnungsfilm Viennale 2009
, The Europa Cinemas Label, Cannes 2009

Im Winter steht Patrizias und Walters Wanderzirkus still und ihr Wohnmobil fix auf einem abgeschotteten Terrain am Stadtrand von Rom. Auf einem kurzen Rundgang entdeckt Patrizia ein zweijähriges Mädchen allein gelassen am Kinderspielplatz und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 14-jährigen Nachbarsjungen Tairo schafft sie der kleinen Asia ein zu Hause auf Zeit, einen winzigen und fragilen Raum der Geschütztheit in einer Randzone der Stadt wie der italienischen Gesellschaft, die selbst keinen Schutz der Öffentlichkeit kennt.
La Pivellina ist ein mit Laiendarstellern realisierter Film, der von Courage erzählt und Vorurteile auf den Kopf stellt.


Rainer Frimmel, geb. 1971 in Wien, Studium für Kunstgeschichte und Psychologie, Höhere Grafische Bundes-Lehr und Versuchsanstalt Abteilung für Fotografie und audiovisuelle Medien, Regisseur, Kameramann, Drehbuchautor, Produzent, seit 1996 gemeinsame Projekte mit Tizzia Covi
Filmografie gemeinsam mit Tizzia Covi

La Pivellina 2009
, Babooska 2005, Das ist Alles 2001

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Samstag, 07. November, 20.00 Uhr - Studio
DAS FEST DES HUHNES
Mockumentary

AT 1992, 55 min, R/B: Walter Wippersberg, K: Karl Benedikter, S: Reinhard Molterer, D: Frank Oladeinde, Klaus Fenzl, El Hadji Malick Cisse 

Die Sitten und Gebräuche der in Oberösterreich ansässigen „UreinwohnerInnen“ werden von schwarzafrikanischen Forschungsreisenden im Stil europäischer Forschungsreisender beschrieben. Sie stoßen dabei auf völlig neue Kulturphänomene. Wippersberg dreht dabei im Sinne von „Weißsein“ das von europäischen ForscherInnen angewandte Forschungsprinzip, zuerst ethnologische Studien zu betreiben und das dann in Form eines Dokumentarfilmes der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um.
Der Name des Films rührt daher, dass die schwarzafrikanischen ForscherInnen die Entdeckung machen müssen, dass die Kirchen leer sind, die Menschen sich jedoch in Zelten zusammenfinden und gelbliche Flüssigkeit literweise in sich aufnehmen, dazu hauptsächlich Hühner essen und anschließend dann kollektiv den Vogerltanz aufführen. Sie ziehen daraus den Schluss, dass das Lamm als Opfersymbol vom Huhn abgelöst wurde.


Walter Wippersberg
  geb. 1945 in Steyr, Schriftsteller, Theaterregisseur, Filmemacher und Fotokünstler; Wippersberg studierte in Wien Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Psychologie. 1965 bis 1970 war er Bühnenbildner und Regisseur an verschiedenen Kleinbühnen. Seit 1990 lehrt er an der Wiener Filmakademie Drehbuch und Dramaturgie.

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Samstag, 07. November, 21.00 Uhr - Turm
JE L'AIMAIS - Ich habe sie geliebt
Spielfilm - Salzburg Premiere

F/Belgien/IT 2009, 112 min R: Zabou Breitman, B: Zabou Breitman, Agnès de Sacy, D: Daniel Auteuil, Marie-Josée Croze, Florence Loiret-Caille, Olivia Ross, franz. OF mit deutschen UT

Ein Wochenende wird zur Lebensbeichte, zur Abrechnung mit männlicher Feigheit, ehelicher Bequemlichkeit und persönlichem Versagen. Frei nach Anna Gavaldas (Ich habe sie geliebt) gleichnamigem Bestseller stellt der Film die bange Frage: Wie wäre das Leben verlaufen, hätte man in einem kurzen Moment seines Lebens mehr Mut bewiesen und sich anders entschieden ?
Cloé ist von ihrem Mann betrogen und verlassen worden. Sie sucht gemeinsam mit ihren beiden Kindern in einem Landhaus Trost. Den erhält sie völlig überraschend von ihrem Schwiegervater Daniel. Er ist ein abweisender und kühler Mann, mit dem sie sogar per Sie ist. Eines Nachts erzählt ihr Daniel das schmerzhafte Geheimnis seines Lebens, welches ihm seit 20 Jahren keine Ruhe lässt: Er verließ einst seine große Liebe Mathilde, aus Angst und Bequemlichkeit. Er wählte damals den einfachen Weg, blieb in einer gefühlsmäßig toten Ehe, vergab die Chance auf ein intensives Leben. Seitdem fühlt er Schmerz, Scham und Einsamkeit.
Rückblenden erzählen die Geschichte vom Anfang und Ende einer außergewöhnlichen Beziehung. Der Mann, der sich nicht traut, lernt die sinnliche Dolmetscherin Mathilde bei einem geschäftlichen Aufenthalt in Hongkong kennen und lieben. Daniels geordnete Existenz wird gehörig durcheinander gewirbelt. Ein emotionaler Höhenflug beginnt. Doch auf den letzten Metern zum endgültigen Glück schreckt er zurück. Er stellt Mathilde eine verhängnisvolle Frage, die sein Leben für immer verändert.
"Die Geschichte einer verpassten Chance mit einem hervorragenden Daniel Auteuil." french-touch.ch

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