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Nach
der Bürgerschule besuchte
Margarete Schütte-Lihotzky die K.K. Graphische Lehr-und Versuchsanstalt
und studierte anschließend als erste Frau in Österreich Architektur. In
den Jahren ihrer Tätigkeit als Architektin arbeitete sie in der
Siedlerbewegung und engagierte sich vor allem im Sozialen Wohnbau
(„Frankfurter Küche“).
Nach ihrer Heirat mit
dem Architekten Wilhelm Schütte reisten sie mit einer Gruppe Architekten
in die Sowjetunion. Dort war sie an vielen Projekten beteiligt. Bei
Ausbruch des 2. Weltkrieges befand sich die Architektin in der Türkei im
Exil. Dort schloss sie sich einer österreichischen antifaschistischen
Widerstandsbewegung an.
1941, während eines
Wienaufenthaltes, wurde sie gemeinsam mit einem Genossen von der Gestapo
verhaftet, vom Berliner Volksgerichtshof nach Beantragung des
Todesurteiles zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach ihrer Befreiung im
Jahre 1945 arbeitete die Architektin wieder in Wien, im eigenen Büro.
Aufgrund ihrer politischen Vergangenheit erhielt sie trotz großer
fachlicher Kompetenz kaum öffentliche Aufträge.
Erst mit Beginn der
1980er Jahre wurde diese großartige, mutige Frau sowie ihre Arbeit
zunehmend gewürdigt. Als Architektin wurde sie mit den Ehrendoktoraten
von vier Techn. Universitäten, dem Staatspreis für Wissenschaft und
Kunst und vielen weiteren Anerkennungen ausgezeichnet.
In den 1960er Jahren
plante die Architektin für ihre Schwester und deren Mann ein Ferienhaus
in Radstadt (Bürgerbergstrasse Nr.3)
Seit dieser Zeit verbrachte sie ihre Sommermonate in Radstadt. Anlässlich
ihres 100.Geburtstages ehrte sie die Stadtgemeinde Radstadt mit einer
Platzbenennung. Der Margarete Schütte-Lihotzky-Platz befindet sich vor
dem Zeughaus am Turm.
Wir sind dankbar und
schätzen es überaus, diese bedeutende Persönlichkeit gekannt zu haben,
die zahlreichen anregenden und inspirierenden Gespräche bleiben in
lebendiger Erinnerung. Beeindruckend waren ihre Aufmerksamkeit und ihr
immer währendes Interesse für Politik und Gestaltung.
Bis zuletzt verfolgte
sie mit großem Interesse die kulturelle und politische Entwicklung in
Radstadt und nahm regen Anteil an unseren Veranstaltungen. Uwe Bolius, östrr.
Filmemacher, verfilmte ihre Jahre des Widerstandes. Die Abschlußsequenz
des Filmes wurde anläßlich eines Kulturfestes in Radstadt gedreht. Hier
ist zu sehen, wie bemerkenswert agil, wachsam, fröhlich und interessiert
Schütte-Lihotzky noch in ihrem 102. Lebensjahr war.
Kulturkreis DAS ZENTRUM Radstadt
Vorstand: Michael
Habersatter, Marianne Ellmer, Sepp Schneider, Elisabeth Schneider |
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