Freitag, 28. Mai 2010, 20.00 Uhr, Produktionshalle Fa. Zeiler k-tec
Eröffnungskonzert HOFHAIMER ORCHESTER, FRANUI MUSICBANDA
PROGRAMM


BIRDS OF VIENNA

Eröffnungsrede  "Zwischen Tränen und Gelächter"  von Renald Deppe

Hofhaimer-Tagebuch von Clara Schneider :

Bleibt hungrig, bleibt unangepasst


Zum Auftakt der 24. Paul Hofhaimertage in Radstadt eröffnet Gastredner Renald Deppe, Musiker und Komponist, das Festival mit der Aufforderung, mehr über sich selbst zu lachen.
In Bezug auf das diesjährige Motto der Hofhaimer Tage „Zwischen Tränen und Gelächter“ plädiert er für den Mut, dem eigenen Herzen zu folgen und es somit auch zu risikieren das Spektrum zwischen Tränen und Gelächter auszuschöpfen, hungrig zu bleiben und vor allem unangepasst.

Als das Hofhaimer Orchester unter der Leitung von Wolfgang Danzmayr mit der 5.
Symphonie von Schubert den Eröffnungsabend einleiten, fährt draußen der Wind in die Bäume. Es scheint, als wiegt sich die Linde vor der Produktionshalle der Firma Zeiler im Takt mit/zu den Geigern. Beim Lauschen schweifen die Gedanken ab. Auch das Publikum scheint nachdenklich. Wie nahe liegen eigentlich diese beiden vermeintlichen Gegensätze Lachen und Weinen beisammen? Wer kennt es nicht, weinen vor Freude, aber auch vor Angst, Wut oder Enttäuschung und Lachen weil man glücklich ist, aus Zynismus, aus Schadenfreude oder auch um tiefe Enttäuschung zu überspielen? Die dramatische Steigerung im 4. Akt reißt mich aus meinen Gedanken. Plötzlich setzt heftiger Regen ein, der dann als sanftes Rauschen die letzten Takte der 5. Symphonie von Franz Schubert begleitet.

Den Teil der Neuen Musik verkörpern an diesem Abend Franui. Die Musikbanda verwandelt Schuberts bekannte Kompositionen in eine Klangwelt der Gegenwartsmusik. Auch verstehen sie es, die Waage zu halten zwischen der Melancholie der Schubert’schen Lieder und dem Anspruch an Gelächter. Kabarettreife Einlagen im tiefsten Osttiroler Dialekt von Andreas Schett und perfekt gespielte anspruchsvolle Töne fesseln das Publikum. Seine Einführungen und Überleitungen bringen das Publikum zum Lachen und Schenkelklopfen. Der Vergleich, dass der liebe Gott am 7. Tag der Erschaffung der Welt nicht einen Ruhetag anordnete, sondern zum Tanzmusik spielen zusammenrief, sorgte für heitere Zustimmung. Somit klingt der erste Abend der Festivalwoche, gewidmet der Alten Musik und den Neuen Tönen, mit Gelächter aus.