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Zum Auftakt der 24. Paul
Hofhaimertage in Radstadt eröffnet Gastredner Renald Deppe,
Musiker und Komponist, das Festival mit der Aufforderung, mehr über
sich selbst zu lachen. In Bezug auf das diesjährige Motto der
Hofhaimer Tage „Zwischen Tränen und Gelächter“ plädiert er
für den Mut, dem eigenen Herzen zu folgen und es somit auch zu
risikieren das Spektrum zwischen Tränen und Gelächter auszuschöpfen,
hungrig zu bleiben und vor allem unangepasst.
Als das Hofhaimer Orchester
unter der Leitung von Wolfgang Danzmayr mit der 5. Symphonie
von Schubert den Eröffnungsabend einleiten, fährt draußen der
Wind in die Bäume. Es scheint, als wiegt sich die Linde vor der
Produktionshalle der Firma Zeiler im Takt mit/zu den Geigern. Beim
Lauschen schweifen die Gedanken ab. Auch das Publikum scheint
nachdenklich. Wie nahe liegen eigentlich diese beiden
vermeintlichen Gegensätze Lachen und Weinen beisammen? Wer kennt
es nicht, weinen vor Freude, aber auch vor Angst, Wut oder Enttäuschung
und Lachen weil man glücklich ist, aus Zynismus, aus
Schadenfreude oder auch um tiefe Enttäuschung zu überspielen?
Die dramatische Steigerung im 4. Akt reißt mich aus meinen
Gedanken. Plötzlich setzt heftiger Regen ein, der dann als
sanftes Rauschen die letzten Takte der 5. Symphonie
von Franz Schubert begleitet.
Den Teil der Neuen Musik
verkörpern an diesem Abend Franui. Die
Musikbanda verwandelt Schuberts bekannte Kompositionen in eine
Klangwelt der Gegenwartsmusik. Auch verstehen sie es, die Waage zu
halten zwischen der Melancholie der Schubert’schen Lieder und
dem Anspruch an Gelächter. Kabarettreife Einlagen im tiefsten
Osttiroler Dialekt von Andreas Schett und perfekt gespielte
anspruchsvolle Töne fesseln das Publikum. Seine Einführungen und
Überleitungen bringen das Publikum zum Lachen und
Schenkelklopfen. Der Vergleich, dass der liebe Gott am 7. Tag der
Erschaffung der Welt nicht einen Ruhetag anordnete, sondern zum
Tanzmusik spielen zusammenrief, sorgte für heitere Zustimmung. Somit
klingt der erste Abend der Festivalwoche, gewidmet der Alten Musik
und den Neuen Tönen, mit Gelächter aus.
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