Donnerstag, 03. Juni 2010, 18.00 Uhr, Schloss Höch, Flachau
Konzert MINETTI QUARTETT
PROGRAMM


LA GIOIA ARMONICA COMPANY OF MUSIC

Hofhaimer-Tagebuch von Clara Schneider :

Nächtliche Verwandlungen und Zauber des Todes


Die vier jungen Musiker vom Minetti Quartett verzaubern. Sie verzaubern mit kraftvollen und glasklaren Tönen, gespielt mit Präzision und Hingabe.

Eine Herausforderung an die eigene Vorstellungskraft stellt die Métamorphoses nocturnes (Nächtliche Verwandlungen) von dem zeitgenössischen Komponisten Ligeti dar. Die vier Instrumente scheinen eine Geschichte erzählen zu wollen. Dass Ligetis Werke für zahlreiche Filmproduktionen verwendet wurden, ist schnell herauszuhören. Die Musik schafft eine Stimmung, die bis zum Zerreißen gespannt ist.

Auch bei Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ scheinen die vier Instrumente nahezu miteinander zu sprechen. Im Zwiegespräch wechseln sich liebliche Szenen mit dramatischen Passagen ab. Das Mädchen ziert und windet sich, der Tod bezirzt, doch kommt er nicht weiter, wird er herrisch und energisch. „…geh Lieber! Und rühre mich nicht an.“ Und schlussendlich wird sie doch mitgenommen.

Sonia Simmenauer schreibt in ihrem Buch über das Leben im Quartett, dass Streichquartettmusik „ein Ort der Forschung und des Experiments [ist
], wohin sich Komponisten (…) zurückziehen, wenn sie die oder ihre ‚Sprache’ neu erfinden oder erweitern wollen“. Das Minetti Quartett versteht es, seine Instrumente sprechen und mit seinen Interpretationen Bilder im Kopf entstehen zu lassen, welche dazu beitragen, dass die Musik samt Gefühlen in Erinnerung bleibt. Das intime Ambiente im Schloss Höch ermöglicht es dem Publikum die Dialoge der Instrumente ganz nah und unmittelbar zu erleben. Jeder Atemzug der Musiker, jede Regung, wird wahrgenommen und beeinflusst die Wahrnehmung der Interpretation nachhaltig. Eine eindrucksvolle Darbietung des Spektrums zwischen Schubert Klassikern und zeitgenössischen Kompositionen.