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Die
vier jungen Musiker vom Minetti Quartett verzaubern. Sie
verzaubern mit kraftvollen und glasklaren Tönen, gespielt mit Präzision
und Hingabe.
Eine Herausforderung an die
eigene Vorstellungskraft stellt die Métamorphoses nocturnes (Nächtliche
Verwandlungen) von dem zeitgenössischen Komponisten Ligeti dar.
Die vier Instrumente scheinen eine Geschichte erzählen zu wollen.
Dass Ligetis Werke für zahlreiche Filmproduktionen verwendet
wurden, ist schnell herauszuhören. Die Musik schafft eine
Stimmung, die bis zum Zerreißen gespannt ist.
Auch bei Schuberts „Der Tod
und das Mädchen“ scheinen die vier Instrumente nahezu
miteinander zu sprechen. Im Zwiegespräch wechseln sich liebliche
Szenen mit dramatischen Passagen ab. Das Mädchen ziert und windet
sich, der Tod bezirzt, doch kommt er nicht weiter, wird er
herrisch und energisch. „…geh Lieber! Und rühre mich nicht
an.“ Und schlussendlich wird sie doch mitgenommen.
Sonia Simmenauer schreibt in
ihrem Buch über das Leben im Quartett, dass Streichquartettmusik „ein
Ort der Forschung und des Experiments [ist],
wohin sich Komponisten (…) zurückziehen, wenn sie die oder ihre
‚Sprache’ neu erfinden oder erweitern wollen“.
Das Minetti Quartett versteht es, seine
Instrumente sprechen und mit seinen Interpretationen Bilder im
Kopf entstehen zu lassen, welche dazu beitragen, dass die Musik
samt Gefühlen in Erinnerung bleibt. Das intime Ambiente im
Schloss Höch ermöglicht es dem Publikum die Dialoge der
Instrumente ganz nah und unmittelbar zu erleben. Jeder Atemzug der
Musiker, jede Regung, wird wahrgenommen und beeinflusst die
Wahrnehmung der Interpretation nachhaltig. Eine eindrucksvolle
Darbietung des Spektrums zwischen Schubert Klassikern und zeitgenössischen
Kompositionen.
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