Mittwoch 06. November 17:00 – KINO im TURM
JOHATSU – DIE SICH IN LUFT AUFLÖSEN
Dokumentarfilm, Salzburg-Premiere
DE/JP 2024, 86 Min., japan. OmdU; R: Andreas Hartmann, Arata Mori; B/K: Andreas Hartmann, S: Kai Eiermann
DOK.fest München 2024 – Bester Dokumentarfilm
In Japan verschwinden jährlich etwa 100.000 Menschen, einige davon mit Hilfe von Night Moving Companies. Manche fliehen vor unglücklichen Beziehungen, andere ertragen den enormen sozialen Druck nicht, wieder andere versuchen, kriminellen Verstrickungen zu entkommen. Mit JOHATSU (蒸発 – ›verdunsten‹) begeben sich Arata Mori und Andreas Hartmann auf eine emotionale Suche: Zurückgebliebene, Helfer und Untergetauchte stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Ein Neuanfang beginnt meist in Isolation, und die Frage nach der eigenen Identität wird drängend. Das Regieduo blickt nicht nur hinter die Kulissen dieser obskuren Praxis des Verschwindens, sondern dringt auch tief in die menschliche Natur ein. Bild: Ossafilm
ANDREAS HARTMANN
Geboren 1983, lebt und arbeitet als Filmemacher, Fotograf und Radioproduzent in Berlin. Studierte an der Filmhochschule Konrad Wolf Potsdam-Babelsberg und der Universität der Künste Berlin.
Filmografie (Auswahl):
DAS STARKE GESCHLECHT – MÄNNER REDEN ÜBER SEX (2021 – Kamera), MY BUDDHA IS PUNK (2015 – Regie), LITTLE THIRTEEN (2011 – Kamera)
ARATA MORI
Japanischer Regisseur, Filmeditor und Künstler. Lebt und arbeitet in Berlin und Tokio.
Filmografie (Auswahl): VEINS (2023), A MILLION (2021), EDAMAME (2016)
In Kooperation mit Festival Der Neue Heimatfilm Freistadt
Mittwoch 06. November 19:30 – KINO im TURM
ERÖFFNUNG: EN FANFARE
Spielfilm, Salzburg Premiere
FR 2024, 103 Min., franz. OmdU; R: Emmanuel Courcol; B: Emmanuel Coucol, Irène Muscari, K: Maxence Lemonnier; D: Benjamin Lavernhe, Pierre Lottin, Sarah Suco
Der gefeierte Dirigent Thibaut ist an Leukämie erkrankt und braucht einen Knochenmarkspender. Dabei findet er heraus, dass er adoptiert wurde und einen Bruder namens Jimmy hat, der in einfachen Verhältnissen lebt und Posaune in einer kleinen Blaskapelle spielt. Obwohl die beiden Brüder grundverschieden sind, vereint sie eines – ihre Liebe zur Musik. Thibaut entdeckt schnell, dass in Jimmy ein ungenutztes Talent schlummert. Eine Komödie voller Musik und mit viel Gefühl, die die Frage stellt, wie sehr uns unsere sozialen Umstände prägen können. Bild: Filmladen
EMMANUEL COURCOL
Geboren 1957, studierte Jura und wurde 1981 an der ENSATT (Schule Rue Blanche) aufgenommen, Drehbuchautor ab 2000er Jahre, erster Kurzfilm 2012.
Filmografie (Auswahl): EIN TRIUMPH (2021), CEASEFIRE (2016)
Donnerstag 07. November 15:00 – KINO im TURM
FAVORITEN
Dokumentarfilm
AT 2024, 118 Min., OdF; R: Ruth Beckermann, B: Ruth Beckermann, Elisabeth Menasse, S: Eva Rammesmayer; D: Ilkay Idiskut u.w.
Berlinale 2024 – Friedensfilmpreis
Drei Jahre begleitete Ruth Beckermann eine Klasse von Schüler:innen im Alter von sieben bis zehn Jahren und ihre engagierte Lehrerin in einer großen Volksschule im Wiener Bezirk Favoriten, einem ethnisch vielfältigen, ehemaligen Arbeiterbezirk, der medial oft auch als ›gefährlichster Bezirk von Wien‹ gehandelt wird. Mehr als sechzig Prozent der Wiener Volksschüler:innen benutzen Deutsch nicht als Erstsprache, und das System leidet unter akutem Lehrer:innenmangel. Obwohl diese Probleme im Film deutlich präsent sind, werden sie in FAVORITEN nicht frontal angesprochen. Stattdessen lernen wir die Kinder als Individuen kennen, wie sie in der Zeit bis zu ihrem letzten Grundschuljahr lernen, wachsen und sich entwickeln. Indem wir die ›Favoriten‹ kennen lernen, erleben wir mit ihnen eine kritische Zeit, die ihre Zukunft entscheidend prägen wird.
Favoriten ist eine Ode an die Kindheit und die Bildung, die auf Beckermanns charakteristischem Stil aufbaut, der auf beobachtende Weise bohrende, wichtige Fragen stellt und das Publikum einlädt, sich seinen eigenen Weg durch komplexe Themen zu bahnen. Bild: Ruth Beckermann
RUTH BECKERMANN
Geboren 1952 in Wien, verbrachte dort ihre Kindheit, arbeitet als Filmschaffende und Autorin in Wien. Nach dem Studium der Publizistik und Kunstgeschichte Studienaufenthalte in Tel Aviv und New York. Gründerin des Filmverleih Filmladen.
Filmografie (Auswahl): MUTZENBACHER (2022), JOYFUL JOYCE (2019), WALDHEIMS WALZER (2018), DIE GETRÄUMTEN (2016)
Donnerstag 07. November 16:00 – KINO im SAAL
FUCHS UND HASE RETTEN DEN WALD
Familienkino, ab 5 Jahre
NL/BE 2024, 71 Min., DF; R: Mascha Halberstad, B: Fabie Hulsebos; Nach der belgischen Buchvorlage „Vos en haas en de bosbaas“ von Sylvia Vanden Heede
Fuchs, Hase und Eule sind beste Freunde. Zusammen mit dem Wildschwein, der Robbe, dem Pinguin und der Meerjungfrau schmeißen sie eine bunte Party mit köstlichem, selbstgebackenem Kuchen und langer Wasserrutsche. Während später alle schlafen, bemerkt die ängstliche Eule bei ihrer Nachtwache ein seltsames Plätschern. Und Rinnsale, die die Waldlichtung ihres Zuhauses langsam fluten. Eule folgt dem seltsamen Geräusch und gelangt zu einem riesigen Staudamm. Er ist das Werk eines bauwütigen und sehr starken Bibers, der zwar großartige Spielsachen, aber keine Freunde hat. Mitten im See hat er einen gigantischen Freizeitpark gebaut und möchte nun endlich von Eule hören, wie toll er und seine Biber-Arbeit sind.
Als Fuchs und Hase am nächsten Morgen bemerken, dass Eule fort ist und ihr Zuhause untergehen könnte, starten sie eine rasante Rettungsaktion. Zum Glück können sie auf ihre Freunde Wildschwein, Pinguin, Robbe und Meerjungfrau zählen. Gemeinsam bestehen sie ein unglaubliches Abenteuer, überlisten sogar die fiesen Ratten auf ihrem Motorboot und finden heraus, warum eigentlich ein selbstgebackener Kuchen so köstlich ist. Bild: Polyfilm
MASCHA HALBERSTAD
Geboren 1973, ist eine niederländische Filmemacherin und Illustratorin, führte Regie bei der Animationsserie „Fuchs und Hase“ im Jahr 2019, basierend auf den gleichnamigen Kinderbüchern der flämischen Autorin Sylvia Vancen Heede.
Filmografie: OINK (2022)
Donnerstag 07. November 17:45 – KINO im SAAL
MEIN TOTEMTIER & ICH 
Familienkino, ab 10 Jahre, Salzburg Premiere
DE/NL/LUX 2023, 96 Min., OdF; R: Sander Burger, B: Bastiaan Tichler, Sander Burger, K: Sal Kroonenberg, S: Manuel Rombley; D: Amani-Jean Philippe, Ole van Hoogdalem, Lies Visschedijk, Céline Camara u.w.
Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival Schlingel 2023: Bester Film – New York International Children’s Film Festival 2023: Hauptpreis – Cinekid-Festival 2022: Publikumspreis
Die 11-jährige Ama lebt, solange sie denken kann, in den Niederlanden. Sie ist passionierte Schwimmerin und verbringt mit ihrem besten Freund Thijs jede freie Minute im Schwimmbad, um für die anstehende Meisterschaft zu trainieren. Ama fühlt sich heimisch in Rotterdam, doch seit der Asylantrag ihrer senegalesischen Eltern abgelehnt wurde, lebt die vierköpfige Familie in der Illegalität. Als Amas Mutter und ihr kleiner Bruder festgesetzt werden, kann sich Ama verstecken. Auf der Suche nach ihrem Vater irrt Ama alleine durch Rotterdam – bis sie unerwartete Unterstützung durch ihr persönliches Totem bekommt: Im Senegal wird jedem Menschen ein Tier zugewiesen, das einem Kraft und Mut gibt. Amas Totem ist ein überdimensionales Stachelschwein, das sie von nun an auf Schritt und Tritt begleitet. Bild: Farbfilmverleih-Govinda-van-Maele
SANDER BURGER
Gebroren 1975 an der Elfenbeinküste, wuchs in Indonesien und im Irak auf, bevor er sein Studium in den Niederlanden abschloss. Seit seinem Abschluss an der Film Academy im Jahr 2001 drehte er vielfach nominierte Dokumentar-, Kurz- und Spielfilme.
Filmografie (Auswahl): SCENARIOS FOR A NORMAL LIFE (2019), STAND UP AND WALK (2017), I AM ALICE (2015)
Donnerstag 07. November 17:30 – KINO im TURM
BERGFAHRT – REISE ZU DEN RIESEN 
Dokumentarfilm, Österreich Premiere
CH 2024, 97 Min., OmdU; R/B: Dominique Margot, K: Simon Guy Fässler, Pascal Reinmann, Thomas Senf, Dominique Margot, Martin Hanslmayr, S: Christof Schertenleib; D: Namiya Chiharu, Luc Moreau, Carla Jaggi, Jakob Falkner, Erika Hiltbrunner, Claudio Landolf, Luigi Oreiller, Jan Beutel, Jörg-Michael Janke u.w.
Es gab sie lange vor der Menschheit, und sie werden diese überdauern. 250 Millionen Jahre sind sie alt – die Alpen. Vieles haben sie scheinbar stumm kommen und vergehen sehen. Sie haben ihr eigenes Leben. Unheimlich waren sie unseren Vorfahren, sie sahen in den Gipfeln Monster, Drachen, Gefahr. Gewalten, die sich unserem Einfluss entziehen. Erst mit dem Massentourismus glaubte man, sich die Berge untertan zu machen, man beutete sie meist rücksichtslos aus.
BERGFAHRT zeigt in fantastischen Aufnahmen die Größe und Schönheit der Berge. Begleitet werden Menschen, die dieses einzigartige Welterbe erforschen und das geheime Leben der Berge zu entschlüsseln suchen, es verstehen und bewahren wollen. Bild: Barnsteiner
DOMINIQUE MARGOT
Geboren 1961 in Zürich. Mehrere Jahre als Licht- und Videokünstlerin mit dem französischen Rockzirkus ARCHAOS auf Tournee. Regie-Studium an der Zürcher Hochschule der Künste, seither Regisseurin und Kamerafrau für Les Arts Sauts, Arte, Artefilm, BBC, Channel 4 und weitere.
Filmografie (Auswahl): ZOOM ON CIRCUS (2020), LOOKING LIKE MY MOTHER (2016), TOUMAST – GUITARS AND KALASHNIKOVS (2010)
Donnerstag 07. November 20:00 – KINO im TURM
MOND 
Spielfilm, Salzburg Premiere
AT 2024, 93 Min., deutsch/engl./arab. OmdU; R/B: Kurdwin Ayub, S: Roland Stöttinger, K: Klemens Hufnagl; D: Florentina Holzinger, Andria Tayeh, Celina Antwan, Nagham Abu Baker u.w.
Locarno Film Festival 2024: Großer Preis der Jury
Die ehemalige Kampfsportlerin Sarah verlässt Österreich, um drei Schwestern aus einer reichen Familie im Nahen Osten zu trainieren. Was sich nach einem Traumjob anhört, nimmt bald beunruhigende Züge an: Die jungen Frauen sind von der Außenwelt abgeschottet und werden konstant überwacht. Sport scheint sie nicht zu interessieren. Was also ist der Grund, dass Sarah engagiert worden ist? Bild: Stadtkino
KURDWIN AYUB
Geboren 1990 im Irak. Lebt und arbeitet als Regisseurin und Drehbuchautorin in Wien. Studierte Malerei und experimentellen Animationsfilm auf der Universität für angewandte Kunst in Wien. Parallel dazu Studium der performativen Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 2013 Kurzfilmpreis der Viennale.
Filmografie (Auswahl): PARADIES! PARADIES! (2016), SONNE (2022)
Donnerstag 07. November 20:15 – KINO im SAAL
WILDES LAND – DIE RÜCKKEHR DER NATUR 
Dokumentarfilm, Salzburg Premiere
GB 2023, 75 Min., engl. OmdU; R: David Allen, B: Isabella Tree, K: Tim Cragg, Simon De Glanville; D: Matthew Collyer, Rhiannon Neads, Isabella Tree u.w.
Das junge Paar Isabella Tree und Charlie Burrell erbt in den 1980er Jahren das Landgut Knepp in Südengland – ein heruntergekommenes, 400 Jahre altes Anwesen. Ende der 1990er Jahre müssen sie den Tatsachen ins Auge sehen: Der Landwirtschaftsbetrieb ist nicht profitabel und sie haben 1,5 Millionen Pfund Schulden. Das Land liegt brach, der Boden besteht nur noch aus unfruchtbarer Erde und die Artenvielfalt schwindet. Das Paar kämpft gegen fest gefahrene Traditionen und wagt den Schritt, das Schicksal ihrer Farm in die Hände der Natur zu legen: Ein großes ambitioniertes Renaturierungs-Projekt startet.
Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Isabella Tree erzählt der beeindruckende Film eine unglaubliche aber wahre Geschichte von der Rückkehr der Natur. Bild: Polyfilm
DAVID ALLEN
Einer der führenden unabhängigen Regisseure auf seinem Gebiet, leitet die preisgekrönte Filmabteilung bei Passion Planet, die sich auf Naturkunde und Wissenschaft in TV- und Kinodokumentationen konzentriert, seine Filme sind vielfach ausgezeichnet.
Filmografie (Auswahl): MY LIFE AS A TURKEY (2011), EARTH: A NEW WILD (2015), H2O: THE MOLECULE THAT MADE US (2020)
Freitag 08. November 13:15 – KINO im TURM
DIE GIACOMETTIS 
Dokumentarfilm
CH 2023, 102 Min, OmdU; R/B: Susanna Fanzun, K: Pierre Mannel, Stefan Dux, Susanna Fanzun, S: Manfred Zazzi; D: Alberto Giacometti, Diego Giacometti, Giovanni Giacometti u.w.
Das karge, geheimnisvolle Schweizer Bergtal Bergell hat eine außergewöhnliche Künstlerdynastie hervorgebracht: die Giacomettis. Vom Vater Giovanni, der als Impressionist der ersten Stunde gilt, bis zu den Kindern Alberto, Diego, Ottilia und Bruno, waren alle mit bemerkenswertem künstlerischem Talent ausgestattet.
Die Engadiner Regisseurin Susanna Fanzun begibt sich in ihrem Dokumentarfilm auf die Spuren der Künstlerfamilie. Meisterhafte Gemälde – gepaart mit Skizzen, persönlichen Briefen, Zeitzeugen und atemberaubenden Aufnahmen der alpinen Landschaft – lassen ins Innerste dieser eindrücklichen Familie blicken. Bild: Polyfilm
SUSANNA FANZUN
Geboren 1963 in Scuol, Schweiz. Ausbildung als Radio- und Fernsehjournalistin, als Produzentin und Dokumentarfilmerin an verschiedenen Schulen und Hochschulen tätig. Regelmäßige Arbeit als Redaktorin für Radiotelevisiun Svizra Rumantscha. Fernsehmoderatorin RTR, seit 2013 freischaffende Dokumentarfilmerin, Produzentin und Videojournalistin.
Filmografie (Auswahl): KÜHE, KÄSE UND 3 KINDER (2015), PUR FOREVER – CARL JENAL, IL PLI VEGL PUR SVIZZER (2012), GUARDA – OZ SUN JAU QUA DA CHASA (2011)
Freitag 08. November 13:30 – KINO im SAAL
MUTTERLAND
Dokumentarfilm, Österreich Premiere
DE/CH 2023, 96 Min., deutsch/schweizerdeutsch/ital. OmdU; R/B: Miriam Pucitta, K: Carlotta Holy Steinemann, Stéphane Kuthy, S: Katharina Schmidt; D: Marcella Tonin, Catia Porri, Daniela Perco, Antonio Grasso, Giulia Chauvistré u.w.
Über ihre Zeit als italienische Gastarbeiterin in der Schweiz von 1954 bis 1974 schweigt Marcella Tonin, die Mutter der Filmemacherin Miriam Pucitta. Miriam selbst verbrachte die ersten Jahre ihrer Kindheit in der Schweiz, hat aber nur bruchstückhafte Erinnerungen an diese Zeit. Es gibt Fotos, die sie in einer fremden Schweizer Familie zeigen, doch ihre Mutter und andere Verwandte weichen Fragen dazu aus. War Miriam ein ›verbotenes Kind‹? Heute macht sie sich, gemeinsam mit ihrer eigenen Tochter, auf die Suche nach Spuren und Verletzungen ihrer Familie in Deutschland, Italien und der Schweiz. Sie entdeckt dabei ein weitgehend unbekanntes Kapitel der Arbeitsmigration und findet ein neues Verständnis für die schwierigen Entscheidungen ihrer Eltern. Bild: ifproductions
MIRIAM PUCITTA
Geboren 1964 in Bern, Studium für Malerei in Florenz, Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Lebt als freischaffende Autorin und Regisseurin in Aachen.
Filmografie (Auswahl): TRÄUME HABE ICH VIELE (2016), FRIEDE FREUDE EIERKUCHEN (2012), SE NON MI VUOI / DER LETZTE SOMMER (1998)
Freitag 08. November 15:30 – KINO im TURM
WERKSCHAU Othmar Schmiderer: STOFF DER HEIMAT
Dokumentarfilm
AT 2011, 94 Min., OdF; R/K: Othmar Schmiderer, Idee: Elsbeth Wallnöfer, S: Daniel Pöhacker, Othmar Schmiderer, T: Georg Misch, Sounddesign: Nils Kirchhoff, M: Wolfgang Mitterer
Dirndl, Lederhose, Janker, Wadlstrümpf – an der Tracht scheiden sich die Geister. Doch Identität stiftet sie allen und allen bietet sie Heimat: der Modedesignerin, die englische Vorhangstoffe verarbeitet; der Künstlerin, die die Dirndl-Moschee erfindet; den Schuhplattlern und den Schützenvereinen. Zu Beginn entdeckt Schmiderer die Bekenntniskleidung in der Ecke der konservativen Politik, die sie zu niederen manipulativen Zwecken einsetzt. Dort holt er sie sodann heraus und setzt zum Streifzug an. Quer durch die Milieus, quer durch die Geschichte, quer durch die Regionen. Vergnüglich, aufschlussreich und schön anzusehen. STOFF DER HEIMAT zeigt den Umgang mit Traditionen im Spannungsfeld der Moderne, die Konstruktion von Identität und Heimat. Bild: Othmar Schmiderer
OTHMAR SCHMIDERER
Geboren 1954 in Lofer / Land Salzburg, lebt seit 1973 in Wien. Seit 1980 in unterschiedlichsten Produktionen für Film, Regie, Kamera, Produktion und Theater tätig. Gemeinsame Projekte mit: u.a. Michael Pilz, Valie Export, Andre Heller, Bodo Hell u.v.a.; als Kameramann und Tonmeister bei verschiedenen Produktionen; Seit 1987 als freier Filmemacher tätig.
Filmografie (Auswahl): DIE TAGE WIE DAS JAHR (2018 – Regie, Kamera, Produktion), AUS DEM NICHTS (2015 – Produktion), BACK TO AFRICA (2008 – Buch, Regie, Kamera), ANDRÈ HELLER – AUSSER KONKURRENZ (2006 – Buch, Regie, Kamera), JESSYE NORMAN – ICH LEB‘ ALLEIN IN MEINEM HIMMEL, IN MEINEM LEBEN, IN MEINEM LIED (2005 – Buch & Regie mit André Heller), IM TOTEN WINKEL – HITLERS SEKRETÄRIN (2001 – Co-Regie mit A. Heller, Kamera, Ton)
Freitag 08. November 16:00 – KINO im SAAL
DEDA-SHVILI – MUTTER UND TOCHTER ODER DIE NACHT IST NIEMALS VOLLKOMMEN FINSTER
Dokumentarfilm, Salzburg Premiere
GE/FR 2023, 89 Min., OmdU; R: Lana Gogoberidze, Salome Alexi, K: Jean-Louis Padi
Geht es im Leben um Begegnung oder Trennung? Die georgische Regisseurin Lana Gogoberidze fragt dies zu Beginn des Films anhand einer Serie von Fotos: Einer Filmminiatur gleich ist sie als Kind in Umarmung mit ihrer Mutter Nutsa zu sehen. Nutsa Gogoberidze war Georgiens erste Regisseurin, dann als Gulag-Häftling für zehn Jahre von ihrer Familie getrennt und bis an ihr Lebensende von ihrem zensierten Werk abgeschnitten. Lana Gogoberidze macht sich mit ihrer Tochter Salome Alexi daran, die Teile von Nutsas Leben zusammenzuführen. Ihr Film ist Autobiografie, Liebeserklärung und Trauerarbeit – das Vermächtnis Lana Gogoberidzes, und darin aufgehoben auch das ihrer Mutter. Bild: catndocs
LANA GOGOBERIDZE
Geboren 1928 in Tiflis, schloss 1958 ihr Regiestudium am Gerassimow-Institut für Kinematographie in Moskau ab. Mitbegründerin und erste Präsidentin des Verbands Kino Women International, später Leiterin der Regieabteilung der Rustaveli Theaterschule sowie des Studios Kartuli Pilmi (heute Georgia Film). 1984 Teil der internationalen Jury der 34. Berliner Filmfestspiele. 2019 erschien ihre Autobiografie.
Filmografie (Auswahl): OKROS DZAPI (2019), DER WALZER AUF DER PETSCHORA (1992), HIN UND HER (1987)
In Kooperation mit Festival Der Neue Heimatfilm Freistadt
Freitag 08. November 18:00 – KINO im TURM
Å ØVE – ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN
Spielfilm, Salzburg-Premiere
DE/NO 2023, 79 Min., deutsch. /norw. OmdU; R/B: Laurens Pérol, K: Henrik Lande Andersen, S: Sylvia Ingemarsdotter, Laurens Pérol; D: Kornelia Melsæter, Mari Røttereng u.w.
Trine weigert sich zu fliegen. Als die 18-jährige Klimaaktivistin und talentierte Trompetenspielerin zu einem Vorspiel im berühmten Opernhaus in Oslo eingeladen wird, bleiben ihr nur wenige Tage, um die 1500 km von den abgelegenen Lofoten-Inseln bis zur Hauptstadt zu überbrücken. Um ihren Prinzipien treu zu bleiben, entscheidet sich Trine fürs Trampen und setzt auf die Hilfsbereitschaft Fremder. Doch der Roadtrip durch Norwegens raue und wunderschöne Landschaften stellt Trines Leidenschaft für Musik und ihren umweltbewussten Idealismus auf eine harte Probe. Bild: Henrik-L.-Andersen_Filmladen
LAURENS PÉROL
Geboren 1995 in Stuttgart. Studium am Nordland College of Art and Film in Kabelvåg, Lofoten. Tätig als Kameramann und Regisseur, lebt und arbeitet in Norwegen. Å ØVE ist sein Spielfilmdebüt.
Filmografie (Auswahl): UTVIKLING AV ET SPRÅK (2021), WHAT IF YOU DANCED (2021), CORONA-TIMECAPSULE (2020)
Freitag 08. November 18:15 – KINO im SAAL
SÜDTIROLER KURZFILME
Österreich Premiere
WUNDERWANDERER
IT 1992, 14 Min., R: Angelika Gruber; D: Evi Oberkofler, Roland Pattis Fritz Kastner u.w.; Produktion Filmschule Zelig
„Wir hatten alle Lust drauf, etwas auszuprobieren“, erinnert sich Angelika Gruber an die Dreharbeiten zu WUNDERWANDERER Anfang der 1990er Jahre. Im Film fährt Kurt Lanthaler wild mit dem Auto und Kinomann Martin Kaufmann seelenruhig im Bus. „Da wir ohne Beleuchtung gedreht haben, nur mit available light, hat der Wecker in der Früh schon immer um 4:30 geklingelt“ (Aus „Salto“ Südtiroler Online Magazin)
DER SCHTIRGGER – EINE WIRTSHAUSSAGA
IT 1996, 12 Min., R: Wolfgang Mayr, Kurt Lanthaler, Christoph Franceschini; D: Georg Kaser, Manfred Schweighofer, Hildegard Kaufmann u.w.
Sechs Personen treffen sich in der Früh in einem Dorfgasthaus, wo das Schicksal seinen unbarmherzigen Lauf nimmt. In diesem Kurzfilm spielen sieben bekannte Südtiroler Schauspieler mit: Schtirgger (Georg Kaser), der Wirt Bepi (Manfred Schweigkofler), die Postlerin Mary (Gabi Langes), der Viehdoktor Much (Andreas Opal Robatscher), die zwei ANAS-Arbeiter Steve Marmsoler und Sertan, sowie die Altwirtin Hildegard Kaufmann.
APE MARIA
IT 2004, 28 Min., R: Greta Menzel, Produktion Filmschule Zelig; ein Film mit Einheimischen, gedreht in Welschnofen im Eggental
Die Ape ist ein kleines, dreirädriges Vehikel, das man bisher ohne Führerschein und ab 14 Jahren fahren durfte. Für zwei 16jährige, Andreas und Platzer, war die Ape ein Mittel zur Unabhängigkeit…
DER GELATI KILLER
IT 1985, 15 Min., R: Kurt Lanthaler, D: Martin Abram, Bert Breit u.w.
Ein Mann in einer Stadt, eine Stadt in der nichts sicher ist. Hochhäuser und Berge, deutsch und italienisch, Schüsse und keine Toten. DER GELATI KILLER wurde in Bozen gedreht, ist aber kein ›Südtirol-Film‹: es fehlt nur noch die Leiche zu Anfang eines Krimis.
Freitag 08. November 20:00 – KINO im TURM
DES TEUFELS BAD
Spielfilm
AT/DE 2024, 121 Min., OdF; R/B: Veronika Franz, Severin Fiala, K: Martin Gschlacht, S: Michael Palm, P: Ulrich Seidl Filmproduktion, inCo-Produktion mit: Heimatfilm coop99 filmproduktion; D: Anja Plaschg, David Scheid, Maria Hofstätter
Berlinale 2024: Weltpremiere, Wettbewerb Goldener Bär, Silberner Bär (Martin Gschlacht für herausragende künstlerische Leistung)
Oberösterreich im Jahr 1750: Agnes, jung verheiratet, findet in der fremden Welt ihres Mannes keinen Platz. Immer mehr zieht sich die tief religiöse und hochsensible Frau in sich selbst zurück, weg von der bäuerlichen Welt der Arbeit und des Alltags. Ein erschütternder Gewaltakt scheint ihr schließlich der einzige Ausweg aus dem inneren Gefängnis.
Das abgründige Psychogramm einer Hoffenden, Suchenden, Fliehenden basiert auf historischen Protokollen und einem wahren, bisher unbeleuchteten Kapitel europäischer (Frauen)Geschichte. Bild: Filmladen
VERONIKA FRANZ
Geboren 1965 in Wien, tätig als Drehbuchautorin und Filmregisseurin, studierte Philosophie, arbeitete als Filmkritikerin für die Tageszeitung KURIER, entwickelt gemeinsam mit Ulrich Seidl Drehbücher für Filme und fungiert als künstlerische Mitarbeiterin; die beiden gründeten 2003 eine Produktionsfirma.
Filmografie (Auswahl): THE LODGE (2019), DIE SÜNDERINNEN VOM HÖLLFALL (2018), ICH SEH ICH SEH (2016)
SEVERIN FIALA
Geboren 1985 in Horn, studierte an der Wiener Filmakademie, der Neffe von Ulrich Seidl ist als Drehbuchautor, Filmregisseur und Darsteller tätig.
Filmografie (Auswahl): GOODNIGHT MOMMY (2022), THE LODGE (2019), DIE SÜNDERINNEN VOM HÖLLFALL (2018)
Samstag 09. November 10:30 – KINO im SAAL
MIT STOFFEN GEMALT, MIT FÄDEN GEZEICHNET – BOSNA QUILT
Dokumentarfilm
Gestaltung: Annette Raschner, K: Götz Wagner, Redaktion: Angelika Simma-Wallinger, Markus Klement, S: Jürgen Bereuter
Sie waren ›Kinder‹ des Bosnien-Krieges und künstlerische Produkte menschlicher Solidarität. 31 Jahre später erzählen die BOSNA QUILTS immer noch von einer besonderen, Grenzen überschreitenden Zusammenarbeit zwischen zwölf Frauen: Einer Vorarlbergerin und elf Bosnierinnen. Die Dokumentation des ORF Vorarlberg zeigt wie auf Initiative der Malerin Lucia Lienhard-Giesinger 1993 in der ehemaligen Militärkaserne Galina im Walgau in Vorarlberg die ersten BOSNA QUILTS genäht wurden. Hochwertige, mehrschichtige Patchwork-Decken mit Stoffen gemalt und mit Fäden gezeichnet.
Nach der Rückkehr der geflüchteten Frauen in ihre zerstörte Heimat Goražde gründeten Safira Hošo und Vesna Malokas 1998 vor Ort die BOSNA QUILT-WERKSTATT. Bis zum heutigen Tag schickt Lucia Lienhard-Giesinger ihre Entwürfe aus Vorarlberg nach Bosnien und ermöglicht dort zahlreichen Familien ein gesichertes Einkommen. Die BOSNA QUILT WERKSTATT war in den Jahren 2013 und 2023 im Rahmen des Kunsthandwerksmarktes zu Gast in Radstadt. Bild: Lucia Lienhard-Giesinger
Samstag 09. November 10:30 – KINO im SAAL
SOUVENIRS OF WAR
Dokumentarfilm, Österreich Premiere
IT 2023, 75 Min., OmdU; R: Georg Zeller, K: Stefania Bona, Georg Zeller, Amel Dikoli, S: Beatrice Segolini
Wann ist ein Krieg vorüber? Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem letzten Krieg in Europa führt uns SOUVENIRS OF WAR auf eine essayistische Reise nach Bosnien, wo zahlreiche einstige Kriegsschauplätze längst zu Touristenattraktionen geworden sind. Es ist eine ambivalente Tour zwischen Dark Tourism und empathischer Erinnerung: Während manch einer zu Kampfspielen an die ehemalige Frontlinie lädt, versuchen andere, irgendwie das Beste aus ihrem traumatischen Erbe zu machen. Bild: Georg Zeller
GEORG ZELLER
Geboren 1973 in Stuttgart, Studium an der Filmschule ZeLIG Bozen und der Hochschule der Künste Berlin, als Regisseur und Kameramann tätig, vor allem im Bereich Dokumentarfilm. Ko-Präsident der FAS – Film Verband Südtirol.
Filmografie (Auswahl): ZAUBERBERG (2018 – Kamera), A SECOND BIRTHDAY (2016 – Regie)
Samstag 09. November 11:15 – KINO im TURM
KURZFILMREIHE Bernhard Wohlfahrter
GLÜCKSTAG
Kurz-Spielfilm
DE 2022, 20 Min., OdF; R/B: Bernhard Wohlfahrter, K: Lea Dähne / Samuel Zerbato; D: Claus Peter Seifert, Gisela Schneeberger, Veronika von Quast, Ferdinand Hofer, u.w.; Produktion: Hochschule für Fernsehen und Film München
Diagonale 2023: Preis für den Besten Kurzspielfilm
Hochsommer in München. Früh am Morgen zieht der verwitwete Rentner Gerd aus, um die Überreste der in der Großstadt arbeitenden, badenden und feiernden Menschen zu sammeln: Pfandflaschen. Die Stadt an der Isar leuchtet . . . . . Doch nach vielen Begegnungen stellt sich Gerd die Frage: Hat heute Morgen niemand außer ihm die Nachrichten im Radio gehört? Bild: Bernhard Wohlfahrter
DAS JÜNGSTE GERÜCHT
Kurz-Spielfilm
AT/DE 2024, 22 Min., OdF; R: Bernhard Wohlfahrter, B: Bernhard Wohlfahrter, Marius Beck, K: Lea Dähne, S: Catharina Lott; D: Schauspieler:innen des Festspielverein Öblarn
Filmpreis des Rotary-Club München Hofgarten 2023: Bestes Drehbuch
In wenigen Tagen soll das Begräbnis des alten Obergruber stattfinden. Doch plötzlich prangt ein Kürbis auf der Spitze des Kirchturmes von Öblarn und stiftet Verwirrung! Der Versuch, die alte Ordnung wiederherzustellen, scheitert zunächst und die beschauliche Dorfidylle gerät ins Wanken: Unterschiedlichste Theorien für die seltsame Begebenheit werden gesponnen, die Gerüchteküche brodelt und erschüttert mehr und mehr die Dorfgemeinschaft. Bild: Bernhard Wohlfahrter
BERGWIESEN – VOM SCHWENDEN UND HEUEN
Dokumentarfilm
AT/DE 2024, 43 Min., OdF; R: Bernhard Wohlfahrter; mit Mitgliedern des Bergwiesenvereines Molln
In Molln (OÖ.) gibt es seit einigen Jahren den „Bergwiesenverein“. Ziel der jungen Gemeinschaft ist es, auf ehemaligen Mähwiesen in steilem, abgelegenem Gelände wieder Landwirtschaft zu betreiben. Zum Vereinsalltag gehört das Schwenden von verbuschten oder verwaldeten Flächen, gefolgt von der Beweidung mit seltenen Tierarten wie weißen Barockesel, um hochwertiges und kräuterreiches Bergwiesenheu zu ernten. Darüber hinaus leistet der Verein einen wertvollen Beitrag zum Erhalt ökologisch intakter Naturlandschaften: Blumenwiesen mit bis zu 70 verschiedenen Pflanzenarten entstehen und bieten einen idealen Lebensraum für zahlreiche Insekten. Bild: Bernhard Wohlfahrter
BERNHARD WOHLFAHRTER
Geboren 1996, verbrachte seine Kindheit und Jugend im steirischen Ennstal (Österreich). Regieassistent bei zahlreichen Kino- und TV-Filmen – u.a. bei Jo Baier, Andreas Kleinert, Mareille Klein, Joseph Vilsmaier und Edgar Reitz. Inszenierte im Jahr 2018 und 2024 mit 300 Laiendarsteller:innen für die Öblarner Festspiele DIE HOCHZEIT nach einem Roman von Paula Grogger. Drehte Kurzspielfilme und Dokumentarfilme, u.a. über Konstantin Wecker oder für die renommierte BR-Sendereihe „Unter unserem Himmel“. Seit 2020 Studium für Regie an der Hochschule für Fernsehen & Film München (HFF).
Filmografie (Auswahl): BUSCHENSCHÄNKEN IN MITTELKÄRNTEN (2022), GLÜCKSTAG (2022), NEU GEBOREN (2021)
Samstag 09. November 13:30 – KINO im SAAL
WERKSCHAU Othmar Schmiderer
JOSEF HAUSER – KLANG UND RAUM
Synthetischer Dokumentarfilm
AT 1988, 55 Min., OdF; R: Othmar Schmiderer, K: Othmar Schmiderer, Heinz Ebner, M: Heinz Leonhardsberger
Josef Hauser – Uhrmacher und Bauer in einem Tiroler Dorf – arbeitet seit über 20 Jahren an seiner Vision: der Konstruktion einer Klangmaschine aus modifizierten Uhrwerken, die sphärische Glockentöne erzeugt, und einem Holzmodell eines gotischen Turms, der architektonischen Entsprechung seines Klanggebildes.
Der Film zeigt eine Reise in die innere und äußere Welt einer Obsession: subjektive Bilder von Reisen zu gotischen Kathedralen, alltägliche Feld- und Waldarbeit, Stille und Schlichtheit langer Nächte in der Uhrmacherwerkstatt. Höhepunkt des Films ist der Moment, in dem Josef Hauser nach jahrelanger Arbeit sein „Gesamtkunstwerk“ in Gang setzt und den Betrachter in ein Reich aus Klang und Raum entführt. Bild: Othmar Schmiderer
IM AUGENBLICK. DIE HISTORIE UND DAS OFFENE
Hommage an BODO HELL – Essayfilm
AT 2012/13, 33 Min., OdF; R/B: Othmar Schmiderer, Angela Summereder, K: Othmar Schmiderer, M: Clemens Gadenstätter; mit: Bodo Hell, Stimmen: Johanna Orsini Rosenberg, Philipp Reichel, Aurelia Burckhardt, Hildegard Starlinger, Wolfgang Pampel
Philosophische Positionen zur Frage, was Mensch und Tier voneinander unterscheidet, sind Ausgangspunkt für einen filmischen Diskurs, in dem Ziegen als Projektionsfläche und als „Darstellerinnen“ fungieren. Nietzsches Historienschrift, sowie Texte von Montaigne, Descartes und Agamben kommen dabei zur Sprache.
Bodo Hell, Literat und Hirte auf der Grafenberger Alm, vergleicht Textfläche und Weidefläche und ist den rätselhaften Ziegen auf der Spur in ihrem offenen Raum des „niemals Nirgends ohne Nicht“. Eine Parabel über das Verhältnis von Mensch und Tier, Subjekt und Objekt, Denken und Leben. Bild: Othmar Schmiderer
Samstag 09. November 13:45 – KINO im TURM
24 STUNDEN
Dokumentarfilm
AT 2024, 100 Min., OdF; R: Harald Friedl, K: Helmut Wimmer, S: Philipp Mayer; D: Sadina Lungu, Petronela Her, Elisabeth Pöschl, u.w.
Die 50-jährige Rumänin Sadina Lungu ist 24-Stunden Pflegerin. Seit Jahren kümmert sie sich um die 85-jährige Frau Pöschl in Bad Vöslau. Das Leben Sadinas ist eintönig und kräfteraubend. Einsamkeit nagt an ihr. Fitnessübungen, Rauchen und online-Gespräche mit Familie und Freund:innen in Rumänien helfen ihr durch die Tage. 14 Jahre schon hält Sadina jeweils drei bis fünf Monate am Stück durch, ehe sie für einen Monat heimfahren kann, um mit ihren Liebsten, die sie finanziell unterstützt, zusammen zu sein und das zu tun, was sie gerne möchte.
Mit ihren langen Einsätzen ist Sadina eine seltene Erscheinung in der Branche. Wie schafft Sadina ihr Leben fern der Heimat? Was tut sie gegen die Gefahr der Entfremdung von daheim? Wie schafft sie es, unter vielfältigen körperlichen und mentalen Herausforderungen bei sich zu bleiben und selbst auch etwas vom Leben zu haben? Bild: Polyfilm
HARALD FRIEDL
Geboren 1958 in Steyr, Oberösterreich, lebt und arbeitet in Wien und Mitterretzbach (NÖ). Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Salzburg, von 1991–1993 Leiter des neu gegründeten Literaturhauses Salzburg. Seit 1994 freischaffender Filmemacher, Schriftsteller, Musiker. Seit 2004 Vorstandsmitglied von ›dok.at – Interessengemeinschaft österreichischer Dokumentarfilm‹, von 2014–2022 dessen Obmann.
Filmografie (Auswahl): STEYR (2023), BROT (2020), WHAT HAPPINESS IS (2012)
Samstag 09. November 15:45 – KINO im SAAL
IN BEWEGUNG – SIGNAL VOM DACHSTEIN
Hommage an BODO HELL – Experimentalfilm (14 Kurzfilme), Salzburg Premiere
AT 2024, 45 Min.; Idee/Konzept: Stefanie Weberhofer, Mentor: Bodo Hell
Seit 2022 ist Stefanie Weberhofer mit ihrer handlichen Super 8-Kamera unterwegs, um Orte, Motive und Begegnungen in der Region rund um den Dachstein filmisch festzuhalten.
IN BEWEGUNG zeigt 14 ausgewählte Kurzfilme, die sich auf kreative Weise mit den Fragen des menschengemachten Klimawandels auseinandersetzen – vorgeführt in analoger Super 8 Projektion, kommentiert von der Filmemacherin selbst. Bild: Stephanie Weberhofer
STEFANIE WEBERHOFER
Geboren 1988 in Schladming, Filmemacherin und Medienkünstlerin, lebt und arbeitet in Wien. Ihr künstlerischer Fokus liegt auf dem experimentellen und unabhängigen Avantgarde-Film. Sie ist Regisseurin, Kamerafrau, Editorin und Produzentin ihrer eigenen Werke, die auf Super 8, 16 mm oder 35 mm Film entstehen.
<< Zur Programmübersicht TRAILER ansehen
Samstag 09. November 16:15 – KINO im TURM
SAMIA
Spielfilm, Österreich Premiere
IT/DE/BG/SW 2024, 102 Min., OmdU; R: Yasemin Samdereli, Deka Mohamaed Osman, B: Yasemin Samdereli, Nesrin Samdereli, Guiseppe Catozzella, K: Florian Berutti, S: Mechthild Barth; D: Ilham Mohamed Osman, Elmi Rashid Elmi, Riyan Roble, Zakaria Mohammed
Jeden Morgen läuft Samia auf dem Schulweg mit ihrem besten Freund um die Wette – und immer gewinnt sie. Die Neunjährige will unbedingt am jährlichen Stadtlauf von Mogadischu teilnehmen. Doch während ihr Vater sie unterstützt und im Falle eines Sieges echte Turnschuhe verspricht, hält ihre Mutter sie zurück. Frauen ist es untersagt, Sport zu treiben, und die Gefahr, einer Patrouille in die Arme zu laufen, groß. Aber Samia lässt sich nicht aufhalten. Nachts trainiert sie heimlich weiter und läuft beim Stadtlauf vor allen Erwachsenen als Erste ins Ziel. Plötzlich scheint alles möglich und die Sterne zum Greifen nah: Eines Tages will Samia als schnellste Frau Somalias an den Olympischen Spielen teilnehmen.
Die Geschichte basiert auf dem Roman ›Sag nicht, dass du Angst hast‹ von Guiseppe Catozzella, der durch einen Zeitungsartikel auf das Schicksal dieser bemerkenswerten Somalierin aufmerksam wurde und nach langer Recherche und Gesprächen mit Samias Schwester Hodan den Roman schrieb. Bild: Weltkino Filmverleih
YASEMIN SAMDERELI
Geboren und aufgewachsen in Dortmund, Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, arbeitete an TV-Produktionen, Kurzfilmen, preisgekrönten Spiel- und Dokumentarfilmen.
Filmografie (Auswahl): DIE NACHT DER NÄCHTE (2018), ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND (2011), ICH CHEF, DU NIX (2007)
Samstag 09. November 17:00 – KINO im SAAL
IM ANFANG WAR DER BLICK
Hommage an BODO HELL – Experimentalfilm
AT/LUX 2013, 45 Min., OdF; R: Bady Minck, K: Jerzy Palacz, Martin Putz, Martin Gschlacht; D: Bodo Hell
›Man stelle sich ein Österreich-Portrait vor, gedreht von Jan Svankmajer und David Lynch. Dann bekommt man einen ersten Eindruck von Bady Mincks phantastischem Kinostück IM ANFANG WAR DER BLICK, in dem der Schriftsteller Bodo Hell Österreich in seinen Postkarten erforscht.‹ (Süddeutsche Zeitung). Bild: Filmgalerie 451
BADY MINCK
Geboren in Luxemburg. Lebt als Künstlerin und Filmemacherin in Wien und Luxemburg, wo sie im Spannungsfeld zwischen Film und bildender Kunst arbeitet. Mitbegründerin von Amour Fou Wien und Minotaurus Film Luxemburg. Studierte Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien und Experimentellen Film an der Hochschule für Angewandte Kunst.
Filmografie (Auswahl): MAPPA MUNDI (2017), SCHEIN SEIN (2007, 2008), DAS SEIN UND DAS NICHTS (2007)
Samstag 09. November 18:30 – KINO im TURM
CRISTINA GARCIA RODERO – LA MIRADA OCULTA
Dokumentarfilm, Salzburg Premiere
ES 2023, 70 Min., span. OmeU; R/B: Carlota Nelson, K: Juan González
Cristina García Rodero ist seit Jahrzehnten eine Ikone der Fotografie. Mit scharfem Auge hält sie Riten und Rituale ihrer Heimat Spanien fest und verschaffte sich damit weltweite Anerkennung und viele Auszeichnungen. Mit Ausstellungen und einem Museum, das ausschließlich ihrer Arbeit gewidmet ist, wurde García Roderos Vermächtnis kanonisiert. Jetzt, in ihren 70ern, zeigt sie keine Anzeichen, aufzuhören. Sie verfolgt weiterhin ihre Leidenschaft, beeindruckende Fotografien zu schaffen. Ihre Beiträge stellen eine umfangreiche Dokumentation der spanischen Identität und Traditionen über Generationen hinweg, dar.
Durch das intime Portrait der Künstlerin und ihrer Arbeit werden wir Zeuge nicht nur eines Lebens, sondern der vielen Leben, die sie festgehalten hat und dadurch der Welt zeigt. Bild: urban group
CARLOTA NELSON
Geboren in Tokio, Japan. Lebt und arbeitet in Spanien. Kreative Geschichtenerzählerin und Dokumentarfilmerin.
Filmografie (Auswahl): IGNITING THE SPARK (2019), ANCLADOS (2010)
Samstag 09. November 18:30 – KINO im SAAL
EIN KLEINES STÜCK VOM KUCHEN – MY FAVORITE CAKE
Spielfilm
DE/FR/IR/SE 2024, 97 Min., pers. OmdU; R/B: Behtash Sanaeeha, Maryam Moghadam, K: Mohammad Haddadi, S: Ate Mehrad, Behtash Sanaeeha, Ricardo Saraiva; D: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi u.w.
Berlinale 2024: FIPRESCI-Preis und Hauptpreis der Ökumenischen Jury
Die 70-jährige Mahin lebt allein in Teheran. Ihr Mann ist vor Jahren gestorben und ihre Tochter nach Europa ausgewandert. Auf der Suche nach einem neuen Partner, öffnet sie spontan ihr Herz für den gleichaltrigen Taxifahrer Faramarz. Aus der zufälligen Begegnung wird eine ebenso überraschende wie unvergessliche Nacht. Was als romantische Beziehung zweier einsamer Fremder beginnt, entwickelt sich so zu einer berührenden Ode an das Leben, die Frauen und die Freiheit.
Das Regie-Duo Maryam Moghadam und Behtash Sanaeeha zeichnet mit ihrem Film ein authentisches Bild des Alltags von Frauen im Iran. Bild:
MARYAM MOGHADAM
Geboren 1970 in Teheran, lebte und absolvierte ihre Schauspielausbildung in Schweden, lebt und arbeitet mittlerweile wieder in ihrer Geburtsstadt als Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmregisseurin.
Filmografie (Auswahl): THE INVINCIBLE DIPLOMACY OF MR NADERI (2018), BALLADE VON DER WEIßEN KUH (2021)
BEHTASH SANAEEHA
Geboren 1980, absolvierte ein Studium zum Bauingenieur, arbeitet seither als iranischer Filmregisseur und Drehbuchautor.
Filmografie (Auswahl): RISK OF ACID RAIN (2015), THE INVINCIBLE DIPLOMACY OF MR. NADERI (2018), BALLADE DER WEISSEN KUH (2021)
Samstag 09. November 20:15 – KINO im TURM
DIE MITTAGSFRAU
Spielfilm
DE/LUX/CH 2023, 135 Min., franz. / deutsch. OF; R: Barbara Albert, B: Barbara Albert, Julia Franck, Meike Hauck, K: Filip Zumbrunn; D: Mala Emde, Max von der Groeben, Thomas Prenn, Liliane Amuat u.w.
Die junge Helene kommt mit ihrer Schwester Martha in das aufregende Berlin der wilden 20er Jahre. Während Martha sich im Party- und Drogenrausch verliert, will Helene Medizin studieren und Ärztin werden. In Karl findet sie die Liebe ihres Lebens. Die Tür zur Welt scheint für sie weit offen zu stehen. Mit Karls jähem Tod und dem gesellschaftlichen Umsturz durch die Nazis begegnet sie Wilhelm, der sich unsterblich in sie verliebt. Doch ihre Lebensenergie und ihr starker Wille vertragen sich nicht mit Wilhelms traditionellen Rollenbildern und ihrer Mutterschaft. Helene trifft eine ungeheuerliche Entscheidung.
Barbara Alberts Verfilmung von Julia Francks Bestseller ›Die Mittagsfrau‹ ist eine mitreißende Hommage an weibliche Körperlichkeit und Selbstermächtigung. Bild: Filmladen
BARBARA ALBERT
Geboren 1970 in Wien, lebt und arbeitet in Berlin und Wien. Studierte Regie und Drehbuch an der Wiener Filmakademie. Gründete 1999 gemeinsam mit Martin Gschlacht, Jessica Hausner und Antoni Svoboda die Produktionsfirma coop99. Gründungsmitglied der Akademie des Österreichischen Films, Mitglied der Deutschen und Europäischen Filmakademie und Professorin an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.
Filmografie (Auswahl): FUNERAL FOR A DOG (2022), LICHT (2017), DIE LEBENDEN (2012)
Barbara Albert produzierte unter anderem QUO VADIS, AIDA (2020) und ME, WE (2021)
Samstag 09. November 20:30 – KINO im SAAL
ETERNAL YOU 
Dokumentarfilm
GER/USA 2023, 87 Min., engl. OmdU; R: Hans Block, Moritz Riesewieck, K: Tom Bergmann, Konrad Waldmann, S: Anne Jünemann, Lisa Zoe Geretschläger
Mithilfe Künstlicher Intelligenz schaffen Start-Ups digitale Avatare, die es Trauernden ermöglichen, mit ihren verstorbenen Liebsten in Kontakt zu treten. Eine filmische Erkundung eines tiefen menschlichen Wunsches. Was passiert, wenn der Traum von der Unsterblichkeit in ein Produkt verwandelt wird?
Menschen aus aller Welt nutzen Services, die mit Künstlicher Intelligenz Tote ›zum Leben erwecken‹. Der Film begleitet die Pioniere und ersten User einer Technologie, die den Tod obsolet machen will. Joshua chattet Tag und Nacht mit dem digitalen Klon seiner verstorbenen ersten Liebe und lässt sie an seinem Alltag teilhaben. […] Die Erfinder der Dienste lehnen jede Verantwortung für die tiefgreifenden psychologischen Folgen dieser Erfahrungen ab. Ist das der Anfang vom Ende der Endlichkeit? Bild: Filmweltverleih
HANS BLOCK
Geboren 1985 in Berlin, ist Theater- und Filmregisseur. Er entwickelte viele eigene Inszenierungen (Maxim Gorki-Theater Berlin, Schauspiel Frankfurt, Münchner Volkstheater).
Filmografie (Auswahl): THE CLEANERS – IM SCHATTEN DER NETZWELT (2018)
MORITZ RIESEWIECK
Geboren 1985, ist Theater-, Filmregisseur und Autor. Seine Inszenierungen wurden u.a. am Schauspiel Dortmund und beim Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens gezeigt.
Filmografie (Auswahl): MADE TO MEASURE – EINE DIGITALE SPURENSUCHE (2021), THE CLEANERS – IM SCHATTEN DER NETZWELT (2018)
Sonntag 10. November 10:30 – KINO im TURM
WERKSCHAU Othmar Schmiderer: AM STEIN
Hommage an BODO HELL – Dokumentarfilm
AT 1995/96, 110 Min., OdF; R: Othmar Schmiderer, B: Othmar Schmiderer / Bodo Hell, K: Othmar Schmiderer, Elke Harder, M: Wolfgang Puschnig, Linda Sharrock
Nur mehr wenige hochgelegene Gebiete im gesamten Alpenbereich können trotz der Eingriffe moderner Freizeitkultur und den Auswüchsen der Naturvermarktung etwas von ihrer Magie bewahren. Eine dieser relativ unzugänglichen Hochflächen – ein periodisches Lebensgebiet am Rande der ›Wildnis‹ – ist der östliche Dachsteinstock in den nördlichen Kalkalpen.
AM STEIN tastet einerseits den verlorenen Mythen – dem Geist bestimmter ausgezeichneter und verschrieener Orte dieses Gebietes nach und befasst sich andererseits konkret mit der realen Lebenswelt einer dortigen Hochalm und ihres Personals – mit den Interessen und Konflikten der Almbauern in einem traditionellen Fremdenverkehrsgebiet.
Geomantie – mythische Erzählungen und Widerhall magischer Vorstellungen – werden den Tatsachen der bäuerlichen Arbeitswelt – den Rhythmen und Abläufen des Almsommers – aber auch den Erwartungen und Fantasmen einer Urlaubskultur gegenübergestellt. Scheinbar Vertrautes und Selbstverständliches wird fremd und umgekehrt.
›Wir tauchen ein in das Reich des außergewöhnlichen Literaten und Autors Bodo Hell der dieses Hochplateau AM STEIN im östlichen Dachsteinstock ausgehend von der Grafenbergalm als Hirte der Ramsauer Bauern seit über 45 Jahren betreut, erkundet, erforscht und beschrieben hat – Textfläche/Weidefläche . . . sein Reich hat ihn und lässt ihn nicht mehr los, mögen ihm die Götter hold sein, dem König von AM STEIN‹ (Othmar Schmiderer)
Sonntag 10. November 12:45 – KINO im SAAL
WAGNER RADELT BRUCKNER 
Kurzfilm, Österreichische Vorpremiere
AT 2024, 45 Min., OdF; R: David Wagner, M: Anton Bruckner, V: Herbert Hörhan-Gutauer, T: Gerald Landschützer
Ein Projekt der OÖ KulturEXPO Anton Bruckner 2024
Im Frühjahr und Sommer 2024 sammelte der Linzer Musiker David Wagner bei Bewohner:innen von Brucknerstraßen, -gassen und -plätzen in ganz Oberösterreich an 72 Stationen ebenso viele Tonspenden von kurzen Motiven aus den 9 Bruckner-Sinfonien auf Video, legte im Studio einen Brucknerschen Klangteppich darunter und erstellte daraus einen 9-minütigen Film, in dem alle 35 Sätze der 9 Sinfonien in chronologischer Reihenfolge erklingen. Der Bogen der Mitwirkenden spannt sich von Kindergartengruppen über Schulklassen bis zu Profimusiker:innen und – vor allem! – Menschen von nebenan, so sie in einer Brucknerstraße zuhause sind.
Ebenso wie damals Bruckner bewegte sich Wagner (mittels Fahrrad) gänzlich unmotorisiert durchs Land. Die Begegnungen und Abenteuer auf den 1.800 Rad-Kilometern sind in einem zweiten Film festgehalten. Bild; Andrea Trawöger
DAVID WAGNER
Geboren 1966 in Graz; Klavier-, Dirigier- und Kompositionsstudium am Brucknerkonservatorium Linz und an der Musikhochschule Wien. Kompositionen für Landestheater Linz, Theater des Kindes Linz, Theater Phönix Linz, Vokalakademie OÖ, u.a.; Pianist des Improvisationstheater-Ensembles ›die zebras‹, der Kleinkunstgruppen ›Die Niederträchtigen‹ und ›Die Mädchen‹; Klavierlehrer an der Musikhochschule der Stadt Linz.
Sonntag 10. November 13:00 – KINO im TURM
DER LEHRER, DER UNS DAS MEER VERSPRACH
Spielfilm, Salzburg Premiere
ES 2023, 105 Min., span. OmdU; R: Patricia Font, B: Albert Val; D: Enric Auquer, Laia Costa, Luisa Gavasa u.w.
Festival Der Neue Heimatfilm Freistadt 2024: Publikumssieger
1935 wird Antoni Benaiges als Lehrer in einem kleinen, abgelegenen Dorf in Burgos, Spanien, eingestellt. Dort baut er eine intensive Beziehung zu seinen Schülern auf, alle im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Er gibt ihnen ein Versprechen: Er wird sie zum ersten Mal in ihrem Leben ans Meer bringen.
75 Jahre später stößt Ariadna, eine Enkelin einer dieser Schüler, die sich auf die Suche nach ihrem Großvater gemacht hat, auf die wunderbare, aber tragische Geschichte des Lehrers und die Geschichte, die sich hinter einem Versprechen verbirgt, das nie eingelöst wurde. Basiert auf der wahren Geschichte von Antoni Benaiges. Bild:
PATRICIA FONT
Geboren 1978 in Barcelona, arbeitet als Regisseurin und Drehbuchautorin für Film, Kurzfilm und TV.
Filmografie (Auswahl): WAND AN WAND (2024), LA TEMPLANZA (2021), LEUTE KOMMEN UND GEHEN (2019)
Sonntag 10. November 15:30 – KINO im TURM
DIE SAAT DES HEILIGEN FEIGENBAUMS
Spielfilm, Salzburg Premiere
DE/FR/IR 2024, 167 Min., OmdU; R/B: Mohammad Rasoulof, K: Pooyan Aghababaei, S: Andrew Bird; D: Missagh Zareh Soheila Golestani Mahsa Rostami Setareh, Maleki Niousha Akhshi u.w.
Internationale Filmfestspiele Cannes 2024: Spezialpreis der Jury & Preis der Ökumenischen Jury – Shortlist für den Europäischen Filmpreis 2025
Iman ist gerade zum Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht in Teheran befördert worden, als nach dem Tod einer jungen Frau eine riesige Protestbewegung das Land ergreift. Obwohl die Demonstrationen zunehmen und der Staat mit immer härteren Maßnahmen durchgreift, entscheidet sich Iman für die Seite des Regimes und bringt damit das Gleichgewicht seiner Familie ins Wanken. Während der strenggläubige Familienvater mit der psychischen Belastung durch seinen neuen Job zu kämpfen hat, sind seine Töchter Rezvan und Sana von den Ereignissen schockiert und elektrisiert. Seine Frau Najmeh wiederum versucht verzweifelt, alle zusammenzuhalten.
Mohammad Rasoulof liefert sein Meisterwerk ab, eine zornige und unverblümte Abrechnung mit dem Unrechtsregime im Iran, erzählt als brillanter, atemloser Politthriller und erfüllt mit authentischen Bildern der Proteste im Herbst 2022. Es ist ein unter schwierigen Umständen entstandener, geheim im Iran gedrehter Film, dessen Wirkkraft so groß ist, dass sich Rasoulof noch kurz vor der Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes gezwungen sah, sein Heimatland zu verlassen. Bild: Polyfilm
MOHAMMAD RASOULOF
Geboren 1973 in Schiras, Filmemacher, Produzent und Künstler. Aufgrund der politischen Lage im Iran war sein Wirken in hohem Maße eingeschränkt. Lebte in Teheran und Hamburg. Wurde im Juli 2022 im Iran festgenommen und im Mai 2024 zu acht Jahren Haft und Peitschenhieben verurteilt. Daraufhin floh er aus dem Iran.
Filmografie (Auswahl): HAFT ROOZ (2024), DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT (2020), A MAN OF INTEGRITY (2017)
Programmänderungen vorbehalten! – Für Unfälle wird nicht gehaftet!
